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Elektriker Kosten 2026: Stundensatz, Preise & was Sie sparen können

Ein Elektriker kostet zwischen 45 und 85 Euro pro Stunde — je nach Qualifikation, Region und Tageszeit. Einzelne Arbeiten wie eine neue Steckdose gibt es ab 20 Euro, ein neuer Sicherungskasten kostet 500 bis 1.500 Euro. Hier finden Sie alle Preise und wie Sie bis zu 30 Prozent sparen.

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Was kostet ein Elektriker pro Stunde?

Die direkte Antwort: Ein Elektriker-Geselle berechnet im Durchschnitt 45 bis 70 Euro pro Stunde, ein Meister 75 bis 85 Euro. Was auf Ihrer Rechnung steht, ist allerdings der sogenannte Verrechnungssatz — und der liegt mit 68 bis 71 Euro höher als der reine Stundenlohn, weil er Betriebskosten, Werkzeug und Sozialabgaben enthält.

Stundensatz nach Qualifikation und Region

Elektriker-TypStundensatz (brutto)Typisch in
Geselle (Standard)45–70 €Bundesweit
Meister75–85 €Bundesweit
Großstadt (München, Hamburg)80–110 €Ballungsräume
Ostdeutschland / ländlich55–65 €Ländliche Regionen
Notdienst89–150 € Pauschale+ Zuschläge
Verrechnungssatz vs. Stundenlohn

Der Stundenlohn eines Gesellen liegt bei 18–22 Euro netto. Auf Ihrer Rechnung steht der Verrechnungssatz (68–71 Euro), der Betriebskosten, Versicherung, Fahrzeug und Gewinn des Betriebs enthält. Das ist branchenüblich und kein Zeichen für überhöhte Preise.

Anfahrtspauschale: Die meisten Betriebe berechnen 20 bis 50 Euro für die Anfahrt. Manche rechnen stattdessen ab dem Verlassen der Werkstatt im Stundentakt ab. Klären Sie das vor der Beauftragung.

Materialaufschlag: Elektriker kalkulieren auf Einkaufspreise einen Aufschlag von 10 bis 30 Prozent. Bei Kleinmaterial (Kabel, Dosen, Klemmen) ist das üblich. Bei teuren Komponenten wie einem Sicherungskasten lohnt es sich, den Einkaufspreis zu vergleichen.

Preise für typische Elektroarbeiten

Die folgende Tabelle zeigt, was einzelne Elektriker-Leistungen kosten — jeweils inklusive Material und Arbeitszeit. Die Spannen berücksichtigen regionale Unterschiede und unterschiedlichen Aufwand.

LeistungKosten (inkl. Material)Dauer
Steckdose setzen (Aufputz, bestehende Leitung)20–60 €15–30 Min.
Steckdose setzen (Unterputz, neue Leitung)80–180 €1–2 Std.
Lichtschalter tauschen30–80 €15–45 Min.
Lichtschalter setzen (Smart/Dimmer)50–250 €30–60 Min.
Lampe/Deckenleuchte anschließen35–80 €20–40 Min.
FI-Schalter nachrüsten120–250 €1–2 Std.
Sicherungskasten erneuern (EFH)500–1.500 €4–8 Std.
Wallbox 11 kW (komplett)1.200–2.500 €3–6 Std.
Durchlauferhitzer Austausch (gleicher Anschluss)80–200 €1–2 Std.
Durchlauferhitzer Neuanschluss (400V)500–2.000 €4–8 Std.
Smart Home Basis (Funk, 5 Geräte)200–800 €2–4 Std.
Smart Home Vollausstattung (KNX/Kabel)5.000–30.000 €Mehrere Tage
Herd-Anschluss (Starkstrom)80–200 €30–90 Min.

Sicherungskasten erneuern: 500–1.500 Euro

Der Sicherungskasten (Zählerschrank) ist das Herzstück der Hauselektrik. Ein veralteter Kasten ohne FI-Schalter ist ein Sicherheitsrisiko. Die Erneuerung kostet für ein Einfamilienhaus zwischen 500 und 1.500 Euro, abhängig von der Anzahl der Stromkreise und dem Verdrahtungsaufwand.

In der Praxis landen die meisten Projekte bei 800 bis 1.200 Euro. Teurer wird es, wenn der Zählerplatz nach aktueller TAB (Technische Anschlussbedingungen) umgebaut werden muss — das kann zusätzlich 300 bis 800 Euro kosten.

Wallbox installieren: 1.200–2.500 Euro

Eine 11-kW-Wallbox für das E-Auto besteht aus drei Kostenblöcken: die Wallbox selbst (400–1.200 Euro), die Elektriker-Arbeit (400–800 Euro) und Material wie Kabel, Sicherungsautomat und ggf. Leitungsschutzschalter (200–500 Euro). Der Gesamtpreis liegt bei 1.200 bis 2.500 Euro komplett installiert.

Teurer wird es, wenn die Zuleitung vom Sicherungskasten zur Garage über eine längere Strecke verlegt werden muss oder die Hauptsicherung verstärkt werden muss. In Altbauten kann das die Kosten auf 3.000 bis 4.000 Euro treiben.

Verwandtes Thema: Eine Wallbox lässt sich ideal mit einer Photovoltaikanlage kombinieren — dann laden Sie Ihr Auto mit eigenem Strom.

Durchlauferhitzer: Unter 100 bis 2.000 Euro

Ein reiner Gerätetausch (gleicher Anschluss, gleiche Leistung) kostet nur 80 bis 200 Euro Arbeitszeit. Ein Neuanschluss mit 400-Volt-Starkstromleitung kann dagegen bis zu 2.000 Euro kosten, weil eine eigene Zuleitung vom Sicherungskasten verlegt und ein eigener Leitungsschutzschalter installiert werden muss.

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Elektroinstallation: Neubau vs. Altbau

Die größten Elektriker-Rechnungen entstehen nicht bei einzelnen Steckdosen, sondern bei der kompletten Elektroinstallation — sei es im Neubau oder bei der Sanierung eines Altbaus.

Neubau: 50–100 Euro pro Quadratmeter

Die Elektroinstallation im Neubau macht 3 bis 5 Prozent der Gesamtbaukosten aus. Pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen Sie mit 50 bis 100 Euro. Für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern ergibt das 7.000 bis 14.000 Euro.

Der Preis hängt davon ab, wie viele Steckdosen, Lichtauslässe und Sonderstromkreise (Herd, Durchlauferhitzer, Wallbox) geplant sind. Die Elektroplanung selbst kostet zusätzlich 500 bis 1.500 Euro — lohnt sich aber, weil nachträgliche Änderungen deutlich teurer sind.

Altbau-Sanierung: 80–150 Euro pro Quadratmeter

Die Elektrik-Sanierung im Altbau kostet 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter — also 30 bis 50 Prozent mehr als im Neubau. Grund: Alte Leitungen müssen entfernt, Schlitze in Bestandswände gestemmt und anschließend wieder verspachtelt werden.

Planen Sie einen Puffer von 20 bis 30 Prozent ein. Im Altbau treten fast immer Überraschungen auf: marode Leitungen, die weiter reichen als gedacht, fehlende Erdung, oder Asbest in der Putzschicht, der eine Fachentsorgung erfordert.

ProjektKosten/m²EFH 140 m²Besonderheiten
Neubau (Standard)50–70 €7.000–9.800 €Offene Wände, einfache Verlegung
Neubau (gehoben)70–100 €9.800–14.000 €Mehr Steckdosen, Netzwerk, Smart Home
Altbau (Teilsanierung)80–120 €11.200–16.800 €Neue Leitungen, alter Kasten bleibt
Altbau (Komplettsanierung)120–150 €16.800–21.000 €Alles neu inkl. Sicherungskasten
Tipp für den Altbau

Wenn Sie ohnehin sanieren, lassen Sie die Elektrik gleich mit machen. Nachträglich Schlitze zu stemmen ist doppelt so teuer, weil Fliesen, Putz und Tapete zerstört werden. Im Rahmen einer Gesamtsanierung sparen Sie 30–40 % gegenüber einer isolierten Elektrosanierung.

Auch interessant: Bei einer umfassenden Sanierung lohnt sich der Blick auf die Heizungserneuerung und den Einbruchschutz — beides kann im gleichen Zug erledigt werden.

So setzt sich die Elektriker-Rechnung zusammen

Jede Elektriker-Rechnung besteht aus drei Posten: Anfahrt, Arbeitszeit und Material. Wer versteht, wie diese Posten kalkuliert werden, kann die Rechnung besser einschätzen und bei der Angebotsprüfung gezielter verhandeln.

Anfahrt (20–50 Euro): Die meisten Betriebe berechnen eine Pauschale für die Anfahrt. Bei Entfernungen über 20 Kilometer kann diese auf 50 bis 80 Euro steigen. Manche Betriebe rechnen stattdessen die Fahrzeit als Arbeitszeit ab — fragen Sie vorher nach.

Arbeitszeit (45–85 Euro/Stunde): Der größte Posten. Die Arbeitszeit wird in der Regel auf Viertelstunden genau abgerechnet. Bei größeren Projekten bieten manche Betriebe Festpreise an.

Material (10–30 % Aufschlag): Kleinmaterial wie Kabel, Steckdosen und Sicherungsautomaten kauft der Elektriker ein und berechnet einen Aufschlag. Bei Standard-Steckdosen sind das wenige Euro, bei einem Sicherungskasten kann der Materialanteil mehrere hundert Euro betragen.

Festpreis oder Stundenlohn?

Festpreis sinnvoll bei: klar definierten Arbeiten (Wallbox installieren, Sicherungskasten erneuern, definierte Anzahl Steckdosen). Der Betrieb trägt das Risiko, wenn es länger dauert.

Stundenlohn sinnvoll bei: Fehlersuche, Reparaturen, unklarem Umfang. Hier wäre ein Festpreis für den Betrieb zu riskant — und damit entweder überteuert oder gar nicht erst angeboten.

Empfehlung: Holen Sie für planbare Arbeiten immer einen Festpreis ein. Für Reparaturen und Fehlersuche vereinbaren Sie einen Kostenvoranschlag mit Obergrenze.

Elektriker-Notdienst: Kosten und Zuschläge

Wenn am Samstagabend der Strom ausfällt, brauchen Sie den Notdienst. Der kostet deutlich mehr als ein regulärer Termin — aber das hat seinen Grund: Der Elektriker unterbricht seine Freizeit, fährt sofort los und arbeitet unter Zeitdruck.

ZeitraumPauschaleZuschlag auf Stundensatz
Werktag (8–18 Uhr)Regulärer Preis
Werktag abends (18–22 Uhr)89–120 €+25 %
Nacht (22–6 Uhr)100–150 €+50 %
Samstag89–130 €+50–100 %
Sonn-/Feiertag120–150 €+100–150 %

Rechenbeispiel Notdienst: Sicherung fällt Samstagabend aus. Anfahrt 100 Euro + 1 Stunde Arbeit (70 Euro × 1,75 Zuschlag = 122 Euro) + Material 30 Euro = 252 Euro. Am Montag zum regulären Termin hätte die gleiche Arbeit 120 bis 150 Euro gekostet.

Abzocke erkennen

Seriöse Notdienste nennen die Pauschale am Telefon. Wenn der Preis erst vor Ort genannt wird, Sie unter Druck gesetzt werden oder Barzahlung verlangt wird — brechen Sie ab. Kein seriöser Betrieb verlangt Barzahlung vor Ort. Bei Totalausfall: Rufen Sie Ihren Netzbetreiber an (kostenlose Störungsnummer) — oft liegt das Problem gar nicht in Ihrer Anlage.

3 Tipps gegen unnötige Notdienst-Kosten:

  • Sicherungskasten prüfen: In 60 % der Fälle hat nur der FI-Schalter ausgelöst. Alle Sicherungen raus, FI wieder rein, Sicherungen einzeln einschalten — so finden Sie den fehlerhaften Stromkreis selbst.
  • Netzbetreiber anrufen: Bei Totalausfall (auch Straßenbeleuchtung aus?) liegt der Fehler oft im Netz. Die Störungshotline ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
  • Lokalen Betrieb anrufen: Suchen Sie nicht „Elektriker Notdienst" bei Google — die Anzeigen dort gehören oft teuren Vermittlungsplattformen. Rufen Sie direkt einen lokalen Elektrobetrieb an.

Was darf ich selbst machen? NAV §13 und Versicherung

Die kurze Antwort: fast nichts. Die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) §13 regelt eindeutig, dass nur konzessionierte Elektrofachbetriebe an fest installierten Elektroanlagen arbeiten dürfen. Das ist keine Empfehlung, sondern geltendes Recht.

Erlaubt für Laien

  • Leuchtmittel wechseln (Glühbirne, LED)
  • Lampe an bestehenden Anschluss hängen (Lüsterklemme)
  • Stecker an ein flexibles Kabel montieren
  • Schalter und Steckdosen-Abdeckungen tauschen (nur die Abdeckung, nicht das Innenleben)

Verboten für Laien

  • Steckdosen setzen oder versetzen
  • Lichtschalter anschließen oder tauschen (Innenleben)
  • Leitungen verlegen, verlängern oder ändern
  • Sicherungskasten öffnen oder Sicherungen tauschen (außer Schraubsicherungen)
  • Herd, Durchlauferhitzer oder Wallbox anschließen
Versicherung und Haftung

Entsteht durch Laien-Elektroarbeit ein Brand oder Personenschaden, zahlt die Gebäudeversicherung nicht. Schlimmer: Bei Personenschaden droht strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die 50 Euro für den Elektriker sind die günstigste Versicherung, die Sie abschließen können.

Die Grauzone: Vorarbeiten unter Aufsicht

Was Sie tun dürfen, um Kosten zu senken: Schlitze stemmen (der Elektriker sagt Ihnen wo), Kabelkanäle montieren und Schlitze nach der Installation verspachteln. Diese Arbeiten sind keine Elektroinstallation und sparen 20 bis 40 Prozent der Arbeitszeit. Sprechen Sie das vorher mit Ihrem Elektriker ab — nicht jeder Betrieb akzeptiert das.

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Was treibt die Kosten nach oben?

Vier Faktoren bestimmen, ob Ihre Elektriker-Rechnung eher am unteren oder oberen Ende der Preisspanne landet. Wer diese Faktoren kennt, kann gezielter planen und bei der Angebotsprüfung besser einschätzen, ob ein Preis angemessen ist.

KostentreiberAuswirkungBeispiel
Region+15–40 %München vs. Sachsen: 95 € vs. 60 €/Std.
Gebäudeart+30–50 %Altbau mit Lehmputz vs. Neubau Trockenbau
Leitungswege+20–60 %Unterputz mit Schlitzen vs. Aufputz-Kanal
Zugänglichkeit+10–30 %Deckenhöhe 3,5 m, enger Kabelschacht, kein Keller

Region: In München, Hamburg und Frankfurt liegen die Stundensätze 30 bis 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. In Ostdeutschland und ländlichen Gebieten sind die Stundensätze niedriger, dafür ist die Anfahrt oft länger.

Gebäudeart: Im Neubau mit offenen Wänden verlegt der Elektriker Kabel schnell und günstig. Im Altbau mit Ziegelmauerwerk, Lehm- oder Kalkputz verdoppelt sich die Arbeitszeit — weil Schlitze mühsam gestemmt werden müssen und Überraschungen (marode Leitungen, fehlende Erdung) die Regel sind.

Leitungswege: Aufputz-Installation (Kabelkanal auf der Wand) ist die günstigste Lösung. Unterputz in Neubau-Trockenbau ist etwas teurer. Am teuersten: Unterputz im Bestandsmauerwerk, weil Schlitze gestemmt, Kabel verlegt und die Wand anschließend wieder hergestellt werden muss.

Zugänglichkeit: Hohe Decken, enge Schächte und fehlende Kellerräume treiben die Kosten nach oben. Wenn der Elektriker für jede Leitung eine Leiter aufstellen und durch enge Durchbrüche arbeiten muss, dauert alles 20 bis 30 Prozent länger.

3 Rechenbeispiele aus der Praxis

Drei typische Szenarien zeigen, mit welchen Gesamtkosten Sie rechnen müssen. Alle Preise sind Bruttopreise inklusive Material und Arbeitszeit.

Beispiel 1: 3 Steckdosen nachrüsten (Unterputz)

PositionBetrag
Anfahrt35 €
3 × Schlitz stemmen, Kabel verlegen, Dose setzen (je 1 Std.)195 €
Material: 3 × Steckdose, Kabel, Dosen, Klemmen45 €
Anschluss an Sicherungskasten65 €
Gesamt340 €

Spartipp: Wenn Sie die Schlitze selbst stemmen und hinterher verspachteln, sparen Sie rund 90 Euro (etwa 1,5 Stunden Arbeitszeit).

Beispiel 2: Sicherungskasten komplett erneuern (EFH)

PositionBetrag
Anfahrt35 €
Demontage alter Kasten + Entsorgung130 €
Neuer Zählerschrank (12 Stromkreise)280 €
Sicherungsautomaten, FI-Schalter, Verdrahtung220 €
Montage und Anschluss (5 Std.)325 €
Prüfprotokoll und Dokumentation80 €
Gesamt1.070 €

Wenn der Zählerplatz nach aktueller TAB umgebaut werden muss, kommen 300 bis 800 Euro dazu. Das entscheidet der Netzbetreiber.

Beispiel 3: Altbau-Etage komplett neu verkabeln (60 m²)

PositionBetrag
Elektroplanung (Steckdosen, Licht, Sonderkreise)400 €
Demontage Altinstallation350 €
Schlitze stemmen und Leerrohre verlegen1.200 €
Kabel einziehen und anschließen1.800 €
Material (Kabel, Dosen, Steckdosen, Schalter)900 €
Teilanpassung Sicherungskasten400 €
Prüfung, Dokumentation, Abnahme150 €
Gesamt5.200 €

Das entspricht rund 87 Euro pro Quadratmeter — im Rahmen für eine Altbau-Teilsanierung. Mit Eigenleistung (Schlitze stemmen, verspachteln) lassen sich 800 bis 1.200 Euro sparen.

Bei einer größeren Sanierung lohnt sich der Blick auf die Wärmepumpe — die elektrische Zuleitung kann dann gleich mit geplant werden.

5 Spartipps für Elektriker-Kosten

Elektriker-Kosten lassen sich nicht beliebig drücken — qualifizierte Arbeit hat ihren Preis. Aber diese fünf Maßnahmen senken die Rechnung um 15 bis 30 Prozent, ohne dass die Qualität leidet.

1. Arbeiten bündeln — eine Anfahrt statt drei: Die Anfahrt kostet 20 bis 50 Euro. Wenn Sie drei Einzeltermine zu einem zusammenlegen, sparen Sie 40 bis 100 Euro allein bei der Anfahrt. Sammeln Sie kleinere Arbeiten und lassen Sie alles in einem Termin erledigen.

2. Eigenleistung bei Vorarbeiten: Schlitze stemmen, Kabelkanäle montieren, Wände nach der Installation verspachteln — das dürfen Sie selbst machen und spart 20 bis 40 Prozent der Arbeitszeit. Besprechen Sie das vorher mit dem Elektriker.

3. Drei Angebote einholen: Die Preisunterschiede zwischen Elektrobetrieben liegen bei 20 bis 30 Prozent — bei gleicher Qualifikation. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie die Einzelpositionen, nicht nur den Gesamtpreis.

4. Steuerbonus nutzen (§35a EStG): Sie können 20 Prozent der Lohnkosten für Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen — maximal 1.200 Euro Steuerersparnis pro Jahr. Wichtig: Nur der Lohnanteil zählt, nicht das Material. Bestehen Sie auf eine Rechnung mit getrenntem Ausweis von Lohn und Material, und zahlen Sie per Überweisung (Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt).

5. Nebensaison nutzen: Im Frühjahr und Herbst haben Elektrobetriebe weniger zu tun als im Sommer (Bausaison) oder Winter (Notdienst-Hochsaison). Wer zeitlich flexibel ist, bekommt schneller einen Termin und manchmal einen besseren Preis.

Rechenbeispiel Steuerbonus

Elektriker-Rechnung: 1.200 €, davon 800 € Lohn. Steuerbonus: 20 % von 800 € = 160 € weniger Einkommensteuer. Bei einer Altbau-Sanierung mit 5.000 € Lohnanteil: 20 % von 5.000 € = 1.000 € Ersparnis. Das Maximum von 1.200 € erreichen Sie bei 6.000 € Lohnkosten pro Jahr.

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Häufige Fragen zu Elektriker-Kosten

Was kostet ein Elektriker pro Stunde?
Ein Elektriker-Geselle berechnet 45–70 € pro Stunde (Verrechnungssatz), ein Meister 75–85 €. In Großstädten wie München oder Hamburg werden bis zu 110 € berechnet, in Ostdeutschland 55–65 €. Dazu kommen 20–50 € Anfahrtspauschale.
Was kostet es, eine Steckdose setzen zu lassen?
Eine Aufputz-Steckdose an bestehender Leitung: 20–60 €. Eine Unterputz-Steckdose mit neuer Leitung inklusive Schlitz und Anschluss: 80–180 €. Die große Spanne entsteht durch den Verlegeaufwand — je weiter die nächste Anschlussmöglichkeit entfernt ist, desto teurer.
Was kostet ein neuer Sicherungskasten?
Ein neuer Sicherungskasten (Zählerschrank) kostet komplett 500–1.500 € für ein Einfamilienhaus. Der typische Preis liegt bei 800–1.200 €. Teurer wird es, wenn der Zählerplatz nach aktueller TAB umgebaut werden muss (+300–800 €).
Darf ich Elektroarbeiten selbst machen?
Nein, mit wenigen Ausnahmen. Laut NAV §13 dürfen nur konzessionierte Fachbetriebe an fest installierten Anlagen arbeiten. Erlaubt sind: Leuchtmittel wechseln, Lampen umhängen, Steckdosen-Abdeckungen tauschen. Verboten: Steckdosen setzen, Leitungen verlegen, Sicherungskasten öffnen. Bei Schäden durch Eigenarbeit zahlt die Versicherung nicht.
Was kostet eine Wallbox-Installation?
Eine 11-kW-Wallbox kostet komplett installiert 1.200–2.500 €. Aufgeteilt: Wallbox (400–1.200 €), Elektriker-Arbeit (400–800 €), Material/Kabel/Sicherung (200–500 €). Bei langen Leitungswegen im Altbau bis zu 4.000 €.
Wie viel kostet Elektrik im Neubau pro Quadratmeter?
Die Elektroinstallation im Neubau kostet 50–100 € pro m², das sind 3–5 % der Gesamtbaukosten. Für ein EFH mit 140 m² ergibt das 7.000–14.000 €. Der Preis hängt von der Anzahl der Steckdosen, Lichtauslässe und Sonderstromkreise ab.
Was kostet ein Elektriker-Notdienst?
Die Notdienst-Pauschale liegt bei 89–150 €. Dazu kommen Zuschläge: abends +25 %, nachts +50 %, Wochenende +100 %, Feiertag bis +150 %. Eine einfache Reparatur (Sicherung, FI-Schalter) kostet im Notdienst insgesamt 150–350 €.
Kann ich Elektriker-Kosten von der Steuer absetzen?
Ja. Lohnkosten für Handwerkerleistungen sind zu 20 % absetzbar (§35a EStG), maximal 1.200 € Steuerersparnis pro Jahr. Nur der Lohnanteil zählt — achten Sie auf getrennte Rechnungsstellung (Lohn und Material separat). Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt.

Fazit: So behalten Sie die Kosten im Griff

Elektriker-Kosten sind gut planbar, wenn Sie die Struktur verstehen: Stundensatz plus Anfahrt plus Material. Bei einzelnen Arbeiten wie einer Steckdose oder einem Lichtschalter bleiben Sie unter 200 Euro. Der Sicherungskasten kostet typischerweise rund 1.000 Euro, eine Wallbox unter 2.500 Euro. Teuer wird es bei der Komplettsanierung im Altbau — hier liegen Sie bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter.

Die wirksamsten Hebel: Arbeiten bündeln, drei Angebote vergleichen, Vorarbeiten selbst erledigen und den Steuerbonus mitnehmen. Damit senken Sie die Rechnung um 15 bis 30 Prozent. Was Sie nicht tun sollten: selbst an der Elektrik arbeiten. Die NAV verbietet es, die Versicherung zahlt nicht, und das Risiko für Ihre Familie ist es nicht wert.

Alle Preisangaben Stand April 2026. Preise variieren regional und je nach Gebäudezustand. Für eine individuelle Kosteneinschätzung empfehlen wir, mindestens drei Angebote von Fachbetrieben einzuholen.

KPR
Redaktion Kosten-Preise-Ratgeber
Fachredaktion für Bau-, Renovierungs- und Sanierungskosten. Alle Angaben redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert.