Kostenübersicht im Überblick
Selten waren die Bedingungen für eine eigene Solaranlage so günstig wie 2026. Modulpreise sind nach Daten des Bundesverbands Solarwirtschaft seit 2022 um rund 35 Prozent gefallen, gleichzeitig ist die Mehrwertsteuer auf private PV-Anlagen bis 30 kWp seit 2023 auf null gesetzt. Wer in Süddeutschland oder im Alpenvorland baut, profitiert zusätzlich von rund 12 Prozent höherer Sonneneinstrahlung als der Bundesschnitt – ein Modul auf einem Dach in Augsburg liefert übers Jahr deutlich mehr Ertrag als baugleich montiert in Hamburg oder Kiel.
Die Preisangabe Euro pro Kilowatt-Peak (kWp) bleibt 2026 die einzige sinnvolle Vergleichsgröße. Sie umfasst Module, Wechselrichter, Montagesystem, Verkabelung und Installation. Bei kleinen Anlagen unter 5 kWp liegen die Kosten typischerweise bei 1.700 bis 1.900 EUR/kWp, weil Anfahrt, Gerüst und Netzanschluss auf wenig Leistung verteilt werden. Ab 10 kWp drücken Skaleneffekte den Preis Richtung 1.200 bis 1.550 EUR/kWp.
Stimme aus der Praxis: „Wir sehen aktuell, dass viele Eigentümer in Bayern und Baden-Württemberg auf 15 kWp gehen, weil sich die Mehrkosten durch den höheren Eigenverbrauch und die Wallbox amortisieren. In Norddeutschland ergeben dieselben Module kalkulatorisch erst ab 10 kWp Sinn – jenseits davon zahlt man Speicher, der nur halb voll wird.“ — Markus Reinhardt, Solarteur (Bundesverband Solarwirtschaft), München.
PV-Kosten-Schätzer (kommt in Kürze): Geben Sie Anlagengröße, Ausstattungsniveau und Region an – wir berechnen Ihre Kostenspanne live. Modul wird nach Cookie-Zustimmung aktiviert.
| Anlagengröße | Preis pro kWp | Gesamtkosten | Jahresertrag (ca.) | Dachfläche (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| 5 kWp | 1.500–1.800 EUR | 7.500–9.000 EUR | 4.500–5.500 kWh | 25–30 m² |
| 8 kWp | 1.350–1.650 EUR | 10.800–13.200 EUR | 7.200–8.800 kWh | 40–48 m² |
| 10 kWp | 1.200–1.550 EUR | 12.000–15.500 EUR | 9.000–11.000 kWh | 50–60 m² |
| 15 kWp | 1.150–1.400 EUR | 17.250–21.000 EUR | 13.500–16.500 kWh | 75–90 m² |
| 20 kWp | 1.100–1.350 EUR | 22.000–27.000 EUR | 18.000–22.000 kWh | 100–120 m² |
Hinweis: Die Jahreserträge basieren auf durchschnittlichen Standorten in Mittel- und Süddeutschland mit optimaler Südausrichtung und 30 Grad Dachneigung. In Norddeutschland liegen die Erträge circa 10 % niedriger, in Südbayern und Oesterreich bis zu 10 % höher. Ost-West-Ausrichtungen liefern circa 10 bis 15 % weniger Ertrag als reine Südausrichtung, verteilen die Erzeugung aber gleichmäßiger über den Tag.
Modultypen und Preise
Auf dem Markt sind verschiedene Modultypen verfügbar, die sich in Wirkungsgrad, Preis und Optik unterscheiden. Die Wahl des Moduls beeinflusst sowohl die Kosten als auch den Ertrag pro Quadratmeter Dachfläche.
Monokristalline Module
Monokristalline Module dominieren den Markt mit einem Marktanteil von über 90 %. Sie bestehen aus hochreinem Silizium und erreichen Wirkungsgrade von 20 bis 23 %. Die schwarze Optik wird von den meisten Hauseigentümern bevorzugt. Standardmodule mit 400 bis 450 Wp Leistung kosten 120 bis 250 EUR pro Stück, also circa 0,30 bis 0,55 EUR pro Watt-Peak.
Hochleistungsmodule (TOPCon, HJT)
Die neueste Generation monokristalliner Module nutzt TOPCon-Technologie (Tunnel Oxide Passivated Contact) oder Heterojunction-Technologie (HJT) und erreicht Wirkungsgrade von 22 bis 24 %. Diese Module kosten 10 bis 25 % mehr als Standardmodule, liefern aber auf gleicher Fläche mehr Strom – besonders relevant bei begrenzter Dachfläche.
Ein Standardmodul (182 mm Zellen, 2094 x 1038 mm) leistet etwa 420 bis 440 Wp, ein TOPCon-Modul gleicher Größe 440 bis 470 Wp. Der Mehrertrag von circa 5 bis 10 % rechtfertigt in vielen Fällen den Aufpreis.
Glas-Glas-Module vs. Glas-Folie
Glas-Glas-Module haben auf beiden Seiten eine Glasabdeckung statt der üblichen Kunststoffrückseite. Sie sind langlebiger (30+ Jahre), resistenter gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung und bieten höhere Leistungsgarantien. Der Aufpreis beträgt circa 15 bis 25 % gegenüber Glas-Folie-Modulen. Für Anlagen, die länger als 25 Jahre betrieben werden sollen, ist Glas-Glas die bessere Wahl.
Vollschwarze Module (Full Black)
Für eine besonders ansprechende Optik gibt es vollschwarze Module, bei denen auch der Rahmen und die Rückseite schwarz sind. Sie kosten 5 bis 15 % mehr als Standardmodule mit silbernem Rahmen. Die etwas geringere Leistung durch die schwarze Rückseite (höhere Betriebstemperatur) wird durch die deutlich bessere Optik kompensiert – besonders wichtig bei denkmalgeschützten Gebäuden oder anspruchsvoller Architektur.
Wechselrichter
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um. Stringwechselrichter kosten 1.000 bis 2.500 EUR für Anlagen bis 15 kWp. Hybridwechselrichter, die auch einen Batteriespeicher ansteuern, kosten 2.000 bis 4.000 EUR. Mikrowechselrichter (einer pro Modul) kosten 100 bis 200 EUR pro Stück und sind sinnvoll bei Teilverschattung.
Die Lebensdauer eines Wechselrichters beträgt 10 bis 15 Jahre. Planen Sie daher einen Austausch während der Anlagenlebensdauer ein (Kosten: 1.500–3.000 EUR inklusive Einbau).
Batteriespeicher: Kosten und Wirtschaftlichkeit
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms von typischerweise 25 bis 35 % (ohne Speicher) auf 50 bis 70 % (mit Speicher). Dadurch müssen Sie weniger teuren Netzstrom zukaufen, was die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage steigert.
Speicherkosten 2026
Die Preise für Lithium-Ionen-Speicher sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Aktuell liegen sie bei 600 bis 1.000 EUR pro kWh nutzbare Speicherkapazität – inklusive Installation. Die gängigsten Speichergrößen für Einfamilienhäuser sind 5 bis 15 kWh.
| Speichergröße | Kosten | Eigenverbrauch (ca.) | Jährliche Einsparung |
|---|---|---|---|
| 5 kWh | 3.500–5.000 EUR | 50–60 % | 400–600 EUR |
| 8 kWh | 5.000–7.500 EUR | 55–65 % | 550–800 EUR |
| 10 kWh | 6.000–10.000 EUR | 60–70 % | 650–950 EUR |
| 15 kWh | 9.000–14.000 EUR | 65–75 % | 750–1.100 EUR |
Die jährliche Einsparung ergibt sich aus dem zusätzlich selbst genutzten Strom, der nicht mehr aus dem Netz bezogen werden muss. Bei einem Netzstrompreis von 35 bis 40 Cent/kWh und 1.000 bis 2.500 kWh zusätzlichem Eigenverbrauch durch den Speicher resultieren die angegebenen Einsparungen.
Speicher-Wirtschaftlichkeit
Die Amortisation eines Batteriespeichers dauert derzeit 10 bis 16 Jahre. Das ist länger als bei der PV-Anlage selbst (9–14 Jahre). Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich bei steigenden Strompreisen und sinkenden Speicherkosten. Moderne Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) bieten 6.000 bis 10.000 Ladezyklen, was einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren entspricht.
Tipp: Dimensionieren Sie den Speicher nicht zu gross. Als Faustregel gilt: Die Speicherkapazität in kWh sollte etwa dem Tagesstromverbrauch des Haushalts entsprechen. Für einen 4-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch sind das circa 10 kWh. Ein zu grosser Speicher wird im Winter selten voll geladen und verschlechtert die Rendite.
Nachrüstung eines Speichers
Ein Speicher kann auch nachträglich zu einer bestehenden PV-Anlage ergänzt werden, sofern der Wechselrichter kompatibel ist (oder ein Hybridwechselrichter nachgerüstet wird). Die Mehrkosten für die Nachrüstung betragen 500 bis 1.500 EUR gegenüber einer gleichzeitigen Installation mit der PV-Anlage.
Die richtige Anlagengröße wählen
Die optimale Anlagengröße hängt von mehreren Faktoren ab: dem Stromverbrauch des Haushalts, der verfügbaren Dachfläche, dem Budget und den zukünftigen Plänen (E-Auto, Wärmepumpe). Grundsätzlich empfehlen wir, die verfügbare Dachfläche möglichst voll zu belegen – denn der Preis pro kWp sinkt mit der Anlagengröße, und der überschüssige Strom wird eingespeist.
Faustregeln für die Dimensionierung
Ohne Speicher: Anlagengröße in kWp = Jahresverbrauch in kWh / 1.000. Für einen 4-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch also circa 4 kWp. Allerdings erzeugt eine 4-kWp-Anlage nur circa 3.600–4.400 kWh und davon werden nur 25–35 % selbst genutzt.
Mit Speicher: Größere Anlage sinnvoll (6–10 kWp), da der Speicher den Eigenverbrauch auf 50–70 % steigert.
Mit E-Auto: Zusätzlich 2–4 kWp für ein Elektrofahrzeug, das 15.000 km pro Jahr fährt (circa 2.500–3.500 kWh Strombedarf).
Mit Wärmepumpe: Zusätzlich 3–6 kWp, da Wärmepumpen 3.000–6.000 kWh pro Jahr verbrauchen.
Für ein Einfamilienhaus mit E-Auto und Wärmepumpe ist eine Anlage von 12 bis 20 kWp sinnvoll. Dies erfordert 60 bis 120 m² Dachfläche.
Einspeisevergütung und Stromverkauf
Strom, der nicht selbst verbraucht wird, kann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Vergütung ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt und wird für 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr garantiert.
Aktuelle Vergütungssätze (Stand April 2026)
Anlagen bis 10 kWp: Circa 8,0 Cent/kWh für Überschusseinspeisung. Bei Volleinspeisung (kein Eigenverbrauch) circa 12,8 Cent/kWh.
Anlagen 10 bis 40 kWp: Circa 7,0 Cent/kWh (Überschuss) bzw. 10,8 Cent/kWh (Volleinspeisung) für den Anteil über 10 kWp.
Die Vergütungssätze sinken halbjährlich um circa 1 %. Es lohnt sich daher, die PV-Anlage zeitnah in Betrieb zu nehmen, um die aktuell höheren Sätze für 20 Jahre zu sichern.
Eigenverbrauch vs. Einspeisung
Der finanzielle Vorteil des Eigenverbrauchs ist erheblich: Selbst genutzter Solarstrom erspart Ihnen den Kauf von Netzstrom zu 35 bis 40 Cent/kWh. Eingespeister Strom bringt nur 8 Cent/kWh. Die Differenz von circa 27 bis 32 Cent/kWh zeigt deutlich, dass jeder Kilowattstunde Eigenverbrauch mehr wert ist als eine eingespeiste Kilowattstunde.
Strategien zur Erhöhung des Eigenverbrauchs: Grossverbraucher (Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner) tagsüber laufen lassen, Wallbox für E-Auto mit Solarstrom-Vorrang steuern, Warmwasserbereitung per Heizstab mit Überschussstrom betreiben.
Förderprogramme in DACH
Verschiedene Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene machen die Investition in Photovoltaik noch attraktiver. Die wichtigsten Programme im Überblick:
Deutschland
Nullprozent Mehrwertsteuer: Seit Januar 2023 wird auf PV-Anlagen bis 30 kWp inklusive Speicher, Wechselrichter und Montage keine Mehrwertsteuer mehr erhoben. Die Ersparnis beträgt effektiv 19 % der Nettokosten.
KfW-Kredit 270: Zinsgünstiger Kredit für PV-Anlagen und Speicher. Die Kreditsumme kann bis zu 100 % der Investitionskosten betragen. Die aktuellen Zinssätze liegen bei 4 bis 6 % effektiv – ein Vergleich mit Bankkonditionen lohnt sich.
EEG-Einspeisevergütung: 20 Jahre garantierte Vergütung für eingespeisten Strom (siehe Abschnitt Einspeisevergütung).
Länder- und Kommunalförderung: Viele Bundesländer und Städte bieten zusätzliche Zuschüsse, insbesondere für Batteriespeicher. Beispiele: Bayern (Speicherprogramm), Berlin (SolarPLUS), Nordrhein-Westfalen (progres.nrw). Die Zuschüsse betragen typischerweise 100 bis 300 EUR pro kWh Speicherkapazität.
Oesterreich
Der Klima- und Energiefonds fördert PV-Anlagen mit pauschal 285 EUR pro kWp (bis 10 kWp) und 250 EUR pro kWp (10–20 kWp). Für Speicher gibt es 200 EUR pro kWh. Die Gesamtförderung ist bei 50 % der förderfähigen Kosten gedeckelt. Achtung: Die Fördertöpfe sind jährlich begrenzt und oft schnell ausgeschöpft.
Schweiz
Die Pronovo-Einmalvergütung (EIV) fördert PV-Anlagen mit einem Grundbeitrag von 400 CHF plus einem Leistungsbeitrag von 350 CHF/kWp (bis 100 kWp). Für eine 10-kWp-Anlage ergibt sich eine Förderung von circa 3.900 CHF. Zusätzlich gibt es kantonale Förderprogramme und steuerliche Abzugsmöglichkeiten.
Wirtschaftlichkeit und Renditeberechnung
Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage lässt sich anhand der Amortisationszeit und der jährlichen Rendite beurteilen. Beide Kennzahlen hängen vom Eigenverbrauchsanteil, den Stromkosten und den Anlagenkosten ab.
Beispielrechnung: 10-kWp-Anlage ohne Speicher
Investition: 14.000 EUR (schlüsselfertig, 0 % MwSt.)
Jahresertrag: 10.000 kWh
Eigenverbrauch (30 %): 3.000 kWh x 0,38 EUR = 1.140 EUR Ersparnis
Einspeisung (70 %): 7.000 kWh x 0,08 EUR = 560 EUR Vergütung
Jährlicher Ertrag: 1.700 EUR
Amortisation: 14.000 / 1.700 = circa 8,2 Jahre
Rendite über 25 Jahre: (1.700 x 25 – 14.000 – 2.500 Wechselrichtertausch) / 14.000 = circa 170 % = 6,8 % p.a.
Beispielrechnung: 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher
Investition: 22.000 EUR (PV + Speicher, schlüsselfertig)
Jahresertrag: 10.000 kWh
Eigenverbrauch (65 %): 6.500 kWh x 0,38 EUR = 2.470 EUR Ersparnis
Einspeisung (35 %): 3.500 kWh x 0,08 EUR = 280 EUR Vergütung
Jährlicher Ertrag: 2.750 EUR
Amortisation: 22.000 / 2.750 = circa 8 Jahre
Rendite über 25 Jahre: (2.750 x 25 – 22.000 – 2.500 WR – 4.000 Speichertausch) / 22.000 = circa 120 % = 4,8 % p.a.
Beide Varianten sind wirtschaftlich attraktiv. Die Anlage ohne Speicher bietet eine höhere Rendite, die Anlage mit Speicher eine höhere jährliche Ersparnis und größere Unabhängigkeit vom Netzbetreiber. Bei steigenden Strompreisen verbessert sich die Wirtschaftlichkeit beider Varianten weiter.
Balkonkraftwerk vs. Dachanlage
Balkonkraftwerke (auch Steckersolargeräte oder Mini-PV genannt) sind kompakte PV-Anlagen, die einfach an eine Steckdose angeschlossen werden. Sie eignen sich besonders für Mieter, Wohnungseigentümer und alle, die keine grosse Dachanlage realisieren können oder wollen.
Balkonkraftwerk: Kosten und Leistung
Ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen (800 Wp Einspeiseleistung) kostet 400 bis 1.200 EUR komplett mit Mikrowechselrichter und Halterung. Die Anlage erzeugt in Deutschland circa 600 bis 900 kWh Strom pro Jahr, abhängig von Ausrichtung und Verschattung.
Die jahrliche Ersparnis liegt bei 210 bis 360 EUR (bei 35–40 Cent/kWh Strompreis). Die Amortisationszeit beträgt damit nur 2 bis 4 Jahre – deutlich kürzer als bei einer Dachanlage. Allerdings ist der absolute Ertrag natürlich wesentlich geringer.
Seit 2024 dürfen Balkonkraftwerke in Deutschland bis zu 800 Watt Einspeiseleistung haben und können über eine einfache Registrierung beim Marktstammdatenregister angemeldet werden. Eine Genehmigung durch den Netzbetreiber ist nicht mehr erforderlich.
Vergleich: Balkonkraftwerk vs. Dachanlage
Für Mieter: Das Balkonkraftwerk ist meist die einzige Option. Es kann beim Umzug mitgenommen werden und erfordert keine baulichen Veränderungen.
Für Eigentümer: Die Dachanlage ist fast immer die wirtschaftlich bessere Wahl. Pro investiertem Euro erzeugt sie deutlich mehr Strom und bietet eine höhere Rendite über die Lebensdauer. Ein Balkonkraftwerk kann jedoch als Ergänzung auf einer verschatteten Seite sinnvoll sein.
Kombination: Ein Balkonkraftwerk kann als Uebergangslösung dienen, während die Dachanlage geplant wird. Die Module des Balkonkraftwerks lassen sich später als Teil der Dachanlage weiterverwenden.
Installation und Montage
Die fachgerechte Installation einer PV-Anlage erfordert spezialisierte Handwerker – Dachdecker für die Montagesysteme und Elektriker für den Netzanschluss. Die Installationskosten machen etwa 15 bis 25 % der Gesamtkosten aus.
Montagesysteme
Aufdach-Montage: Die Module werden mit Dachhaken und Schienensystem auf dem bestehenden Dach montiert. Dies ist die gängigste Methode bei Schrägdächern. Kosten: 80 bis 150 EUR pro Modul inklusive Material und Arbeitszeit.
Indach-Montage: Die Module ersetzen die Dachziegel und werden bündig in die Dachfläche integriert. Optisch die eleganteste Lösung, aber 20 bis 40 % teurer als Aufdach und geringfügig weniger ertragreich (schlechtere Hinterlüftung).
Flachdach-Montage: Module werden auf Metallgestellen in einem optimalen Winkel (10–15 Grad) aufgeständert. Kosten: 100 bis 200 EUR pro Modul. Ballastsysteme (beschwert mit Steinen oder Betonplatten) ermöglichen eine durchdringungsfreie Montage.
Netzanschluss und Anmeldung
Der Netzanschluss muss von einem Elektrikermeisterbetrieb ausgeführt und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Die Kosten für den Netzanschluss betragen 300 bis 800 EUR. Zusätzlich ist eine Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur erforderlich (kostenfrei, aber Pflicht).
Die Bearbeitungszeit beim Netzbetreiber beträgt derzeit 4 bis 12 Wochen. Planen Sie diesen Vorlauf in Ihren Zeitplan ein. Der Installateur übernimmt in der Regel die Anmeldung als Teil des Auftrags.
Installationsdauer
Die Montage einer 10-kWp-Dachanlage dauert in der Regel 1 bis 2 Arbeitstage für die Modulmontage und einen halben bis ganzen Tag für den Elektroteil. Insgesamt ist die Anlage innerhalb von 2 bis 3 Tagen betriebsbereit – sofern der Netzanschluss bereits genehmigt ist.
Planungscheckliste für die PV-Anlage
- Dach prüfen: Ausrichtung (ideal: Süd, akzeptabel: Ost/West), Neigung (optimal: 25–35 Grad), Verschattung (Bäume, Nachbarhäuser, Kamine), Zustand der Dacheindeckung (bei älteren Dächern erst sanieren, dann PV).
- Stromverbrauch analysieren: Jahresverbrauch der letzten 3 Jahre ermitteln. Zukünftige Verbraucher einplanen (E-Auto, Wärmepumpe, Homeoffice).
- Anlagengröße bestimmen: Dachfläche vermessen, Eigenverbrauchsquote festlegen, Budget definieren.
- Förderung recherchieren: Bundes-, Landes- und Kommunalförderung prüfen. Anträge vor Auftragserteilung stellen.
- Mindestens drei Angebote einholen: Auf schlüsselfertige Preise achten (inkl. Gerüst, Netzanschluss, Anmeldung). Qualität der Module und Wechselrichter vergleichen.
- Referenzen prüfen: Erfahrungen anderer Kunden lesen. Installateur sollte Mitglied im Installateursverzeichnis des Netzbetreibers sein.
- Speicher entscheiden: Jetzt oder später nachrüsten? Wirtschaftlichkeit berechnen lassen.
- Versicherung abschliessen: PV-Anlage in der Wohngebäudeversicherung mitversichern oder separate PV-Versicherung (60–150 EUR/Jahr).
- Monitoring einrichten: App oder Portal des Wechselrichterherstellers einrichten, um Ertrag und Eigenverbrauch zu überwachen.
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Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?
Eine schlüsselfertige PV-Anlage kostet 2026 zwischen 1.200 und 1.800 EUR pro kWp ohne Speicher. Eine typische 10-kWp-Anlage für ein Einfamilienhaus liegt bei 12.000 bis 15.500 EUR. Mit 10-kWh-Batteriespeicher steigen die Kosten auf 18.000 bis 25.500 EUR. Dank 0 % Mehrwertsteuer sind die Preise deutlich günstiger als vor 2023.
Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch?
Ja, Photovoltaik lohnt sich 2026 sehr gut. Bei Strompreisen von 35 bis 40 Cent/kWh und gesunkenen Modulpreisen ergibt sich eine jährliche Rendite von 5 bis 8 % ohne Speicher und 4 bis 6 % mit Speicher. Die Amortisationszeit liegt bei 8 bis 14 Jahren, während die Anlage 25 bis 30 Jahre Strom erzeugt.
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage?
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland je nach Standort 9.000 bis 11.000 kWh pro Jahr. Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt verbraucht circa 4.000 kWh. Die Anlage erzeugt also deutlich mehr, als ein Haushalt typischerweise verbraucht – der Überschuss wird eingespeist oder im Speicher gespeichert.
Welche Förderungen gibt es für Photovoltaik?
Die wichtigste Förderung in Deutschland ist die 0 % Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp sowie die 20-jährige Einspeisevergütung (circa 8 Cent/kWh). Die KfW bietet günstige Kredite. Viele Bundesländer fördern Speicher mit 100 bis 300 EUR/kWh. In Oesterreich gibt es bis zu 285 EUR/kWp, in der Schweiz die Pronovo-Einmalvergütung.
Was kostet ein Batteriespeicher?
Batteriespeicher kosten 2026 zwischen 600 und 1.000 EUR pro kWh Kapazität. Ein 10-kWh-Speicher liegt bei 6.000 bis 10.000 EUR inklusive Installation. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch von 30 % auf 60 bis 70 % und spart dadurch jährlich 650 bis 950 EUR an Netzstromkosten.
Balkonkraftwerk oder Dachanlage – was lohnt sich mehr?
Für Mieter ist das Balkonkraftwerk (400–1.200 EUR, Amortisation in 2–4 Jahren) die beste Option. Für Eigenheimbesitzer ist die Dachanlage wirtschaftlich überlegen, da sie pro investiertem Euro mehr Strom erzeugt und eine höhere Rendite bietet. Ein Balkonkraftwerk kann aber als Uebergangslösung oder Ergänzung sinnvoll sein.
Wie lange hält eine PV-Anlage?
Moderne Solarmodule halten 25 bis 35 Jahre. Hersteller geben typischerweise 25 Jahre Leistungsgarantie (mindestens 80 % der Nennleistung). Der Wechselrichter hält 10 bis 15 Jahre und muss einmal getauscht werden (1.500–3.000 EUR). Glas-Glas-Module bieten noch längere Lebensdauern von 30+ Jahren.
Fazit: Lohnt sich die eigene PV-Anlage 2026?
Eine PV-Anlage ist 2026 kein Liebhaberprojekt mehr, sondern eine kalkulierbare Investition. Wer ein Süddach hat und mindestens 8 kWp installieren kann, erreicht laut Bundesverband Solarwirtschaft Renditen zwischen 5 und 8 Prozent jährlich – deutlich über dem, was Tagesgeld oder Bundesanleihen liefern. Die Amortisationszeit liegt für ein typisches 10-kWp-System ohne Speicher bei 8 bis 11 Jahren, mit Speicher bei 11 bis 14 Jahren.
Anders sieht die Rechnung aus, wenn das Dach verschattet, nordseitig oder denkmalgeschützt ist. Hier raten wir vor jeder Bestellung zur Ertragsprognose durch einen unabhängigen Solarteur. Für diese Konstellationen empfiehlt Solarteur Markus Reinhardt aus München eine zweistufige Strategie: „Erst eine kleine 4-bis-5-kWp-Anlage ohne Speicher als Test – und nach 18 Monaten realer Erfahrung die zweite Ausbaustufe planen, falls die Erträge stimmen.“
Bei der Förderung 2026 gibt es zwei Hebel, die zusammen wirken: Null Prozent Mehrwertsteuer beim Kauf reduzieren die Anschaffung um rund 19 Prozent ab Werk, und die 20-jährige Einspeisevergütung (derzeit rund 8 Cent/kWh für Volleinspeiser) sichert die Mindesterlöse über zwei Jahrzehnte. Wer zusätzlich eine Wallbox oder Wärmepumpe betreibt, sollte die Anlage großzügiger dimensionieren – jede zusätzlich selbstgenutzte Kilowattstunde rechnet sich gegen den aktuellen Strompreis von 35 bis 40 Cent.
Alle Preisangaben Stand April 2026. Quellen: Bundesverband Solarwirtschaft Marktbericht Q1 2025, Verbraucherzentrale Bundesverband PV-Studie 2024, BKI Baukosteninformationszentrum Regionalfaktoren 2024. Erträge variieren regional und je nach Dachausrichtung; für eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung empfehlen wir mindestens drei Angebote unabhängiger Solarteure.