Rohre sanieren Kosten 2026: Preise, Methoden & Spartipps
Eine Rohrsanierung im Einfamilienhaus kostet 2.000–20.000 €. Das Inliner-Verfahren ist 30–50 % günstiger als ein Kompletttausch — wenn der Schaden es erlaubt. Bleirohre müssen seit 2013 aus dem Haus.
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Kostenübersicht: Rohre sanieren 2026
Die Kosten einer Rohrsanierung hängen stark von der gewählten Methode, dem Schadensumfang und der Hausstruktur ab. Die folgende Übersicht gilt für ein typisches Einfamilienhaus.
| Methode | Kosten EFH | Dauer | Stemmarbeiten |
|---|---|---|---|
| Inliner-Verfahren (Schlauchliner) | 3.000–8.000 € | 1–3 Tage | minimal |
| Rohr-in-Rohr-Verfahren | 4.000–10.000 € | 2–5 Tage | gering |
| Kompletttausch (alle Stränge) | 10.000–20.000 € | 5–15 Tage | hoch |
| Teilsanierung (1 Strang) | 2.000–5.000 € | 1–3 Tage | mittel |
| Kamerabefahrung (Diagnose) | 150–400 € | 0,5 Tage | keine |
Alle Angaben für ein EFH mit ca. 150 m² Wohnfläche, Deutschland, Stand April 2026. Preise inkl. Material und Handwerker, ohne Folgearbeiten (Verputzen, Fliesen). Regionalabweichungen ±20 %.
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Alte Leitungen kündigen ihr Lebensende selten mit einem großen Knall an. Viel häufiger sind es schleichende Signale, die im Alltag leicht übersehen werden. Wer sie früh erkennt, kann in Ruhe planen, Angebote vergleichen und die günstigste geeignete Methode wählen — statt nach einem Rohrbruch unter Zeitdruck den erstbesten Notdienst zu beauftragen.
- Verfärbtes Wasser: Bräunliche oder trübe Färbung nach längerer Standzeit deutet auf fortgeschrittene Korrosion in verzinkten Stahlleitungen hin.
- Nachlassender Druck: Wird der Wasserstrahl an mehreren Zapfstellen gleichzeitig schwächer, verengen vermutlich Ablagerungen den Rohrquerschnitt.
- Feuchte Stellen und muffiger Geruch: Dunkle Flecken an Wänden oder Decken können auf feine Leckagen hinweisen, lange bevor sichtbar Wasser austritt.
- Unerklärlich steigender Verbrauch: Ein Wasserzähler, der bei geschlossenen Hähnen weiterläuft, ist ein klassisches Indiz für ein verborgenes Leck.
Treffen mehrere dieser Punkte zu, sollte eine Kamerabefahrung den Zustand objektiv klären. Die Preisspannen dafür finden Sie in der Kostenübersicht oben auf dieser Seite.
Sanierungsmethoden im Vergleich
Die Wahl der Methode hängt vom Rohrtyp, dem Schadensausmaß und der Hausstruktur ab. Eine Kamerabefahrung vorab (150–400 €) ist Pflicht — sie bestimmt, welche Methode möglich und wirtschaftlich ist.
| Methode | Geeignet für | Nicht geeignet für | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Inliner (Schlauchliner) | Abwasserrohre, leichte Korrosion, Risse | Bleileitungen, starke Verformung | Minimal-invasiv, kein Aufstemmmen |
| Rohr-in-Rohr | Trinkwasserleitungen, gerade Abschnitte | Enge Kurven, Blei | Höhere Materialqualität im Ergebnis |
| Kompletttausch | Alle Fälle; Pflicht bei Blei | — | Dauerhafteste Lösung; Qualitätsupgrade |
| Partielle Reparatur | Einzelne Bruchstellen, Schlauchverbinder | Systemische Korrosion | Günstigste Sofortmaßnahme |
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Inliner-Verfahren: Kosten & Ablauf
Das Inliner-Verfahren (auch Schlauchlining) ist die minimal-invasivste Sanierungsmethode. Ein mit Härter getränkter Schlauchliner wird in das bestehende Rohr eingezogen und dort ausgehärtet. Das alte Rohr bleibt als Schutzhülle erhalten.
Ablauf
- Kamerabefahrung zur Schadensanalyse
- Rohrspülung (Hochdruckspülung, 50–150 €)
- Liner-Einzug und Aufblasen
- Aushärtung (UV-Licht oder Dampf, 2–4 Stunden)
- Abschlusskamerafahrt und Übergabe
Kosten
- Abwasserrohr DN 100–150: 80–180 €/m
- Trinkwasserrohr (kleiner DN): 60–120 €/m
- Gesamt EFH (ca. 40 m Abwasser): 3.500–7.500 €
- Lebensdauer: 30–50 Jahre
Einschränkung: Das Inliner-Verfahren funktioniert nicht bei stark verformten Rohren, bei Leitungen mit zu vielen engen Kurven und nicht bei Bleileitungen (Pflicht zum Vollersatz laut TrinkwV). Nach der Sanierung reduziert sich der Rohrquerschnitt minimal (ca. 5–8 %).
Rohr-in-Rohr-Verfahren
Beim Rohr-in-Rohr-Verfahren wird ein neues, dünneres Kunststoffrohr in das bestehende alte Rohr eingezogen. Die alte Leitung dient als Schutzrohr. Dieses Verfahren ist besonders für Trinkwasserleitungen geeignet.
- Materialien: PE-X oder PE-HD (lebensmitteltauglich)
- Kosten: 60–150 €/m, Gesamt EFH: 4.000–10.000 €
- Vorteil: Höchste Hygiene-Standards, querschnittsoptimiert
- Nachteil: Querschnittsreduzierung stärker als beim Liner (10–20 %); bei sehr kleinem Ausgangsrohr nicht durchführbar
- Lebensdauer: 50–80 Jahre
Kompletttausch: Wenn der Teilersatz nicht reicht
Ein Kompletttausch aller Leitungen ist die aufwendigste Maßnahme, aber auch die nachhaltigste. Sie ist Pflicht bei Bleileitungen, bei systemischer Korrosion und bei Altbau-Rohren älter als 50 Jahre mit dokumentierten Schäden.
| Position | Umfang | Kosten |
|---|---|---|
| Stemmarbeiten / Kernbohrungen | ca. 20–40 Stellen | 2.000–5.000 € |
| Rohrmaterial (PE-X oder Kupfer) | ca. 80–120 m | 1.500–4.000 € |
| Montage und Verbindungen | Gesamt | 3.000–6.000 € |
| Verputzen und Schließen | Folgearbeit | 1.500–4.000 € |
Der Kompletttausch ermöglicht ein vollständiges Material-Upgrade. Bei der Gelegenheit können zusätzliche Leitungen (Badezimmer-Erweiterung, Wasseranschlüsse) mitgeplant werden.
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Die drei Hauptverfahren schließen einander nicht aus, sondern decken unterschiedliche Ausgangslagen ab. Drei Leitfragen helfen bei der Einordnung, bevor Sie Angebote einholen.
Wie schwer ist der Schaden? Feine Risse, raue Innenwände und beginnende Korrosion sprechen für den Inliner. Verformte, eingebrochene oder stark versetzte Rohre lassen sich dagegen nicht mehr zuverlässig auskleiden — hier führt am Austausch kein Weg vorbei.
Um welche Leitungsart geht es? Für Abwasserleitungen ist der Schlauchliner das bewährte Standardverfahren. Bei Trinkwasserleitungen punktet das Rohr-in-Rohr-Verfahren, weil dabei ein komplett neues, hygienisch einwandfreies Rohr eingezogen wird. Bleileitungen müssen unabhängig vom Zustand vollständig ersetzt werden.
Wie sieht die langfristige Planung aus? Wer das Haus ohnehin kernsanieren oder das Bad erneuern möchte, fährt mit dem Kompletttausch oft besser: Die Wände sind dann sowieso offen, und das Leitungsnetz lässt sich gleich neu strukturieren. Für ein frisch renoviertes Haus ist dagegen die grabenlose Variante meist die wirtschaftlichere Wahl.
Materialvergleich: Kupfer, Edelstahl, PE-X
Die Materialwahl beim Kompletttausch beeinflusst Kosten, Lebensdauer und Wasserqualität für die nächsten Jahrzehnte.
| Material | Preis (Material/m) | Lebensdauer | Trinkwasser-Hygiene | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Kupfer | 15–30 €/m | 40–70 Jahre | gut | Anfällig bei weichem Wasser (Lochfraß) |
| Edelstahl | 25–50 €/m | >100 Jahre | sehr gut | Beste Hygiene, korrosionsbeständig |
| PE-X | 8–20 €/m | 50–80 Jahre | sehr gut | Günstiger, flexibel verlegbar |
| Verzinkter Stahl (Altbestand) | — | 30–50 Jahre | schlecht (Rost) | Nicht mehr einbauen |
| Blei (Altbestand) | — | — | gesundheitsgefährdend | TrinkwV: Pflichttausch seit 2013 |
| CPVC (Chloriertes PVC) | 10–22 €/m | 40–60 Jahre | gut | Hitzebeständiger als PE-X |
Empfehlung: PE-X bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Trinkwasserleitungen. Edelstahl ist die Premium-Wahl bei hohen Hygieneansprüchen (z. B. ältere Menschen, Säuglinge im Haus). Kupfer ist bewährt, aber in Regionen mit weichem Wasser riskant.
Altbau-Besonderheiten
In Gebäuden vor 1970 sind Bleileitungen, verzinkte Stahlrohre und Gusseisen-Abwasserrohre häufig. Jedes dieser Materialien erfordert eine andere Vorgehensweise.
- Bleirohre: Trinkwasserleitungen aus Blei müssen gemäß TrinkwV seit dem 12. Januar 2013 ausgetauscht sein. Vermieter haften bei nachgewiesener Bleibelastung. Der Tausch ist kein freiwilliger Aufwand — er ist gesetzlich vorgeschrieben.
- Verzinkter Stahl (vor 1970): Innenwände korrodieren über Jahrzehnte; typisches Symptom ist rostfarbenes Wasser und Druckverlust. Inliner möglich, wenn Wandstärke noch ausreicht (Kameracheck entscheidet).
- Gusseisen-Abwasser: Hält sehr lange, aber Verbindungen werden spröde. Inliner oft möglich und kostengünstiger als Austausch. Bei kompletter Sprödheit: Tausch auf PE.
- Schallschutz: Im Altbau sind neue Abwasserrohre schalltärmer als alte Gusseisen-Rohre. Bei gleichzeitiger Badrenovierung: schalldämmende Rohrsysteme (z. B. Geberit Silent-db20) einplanen.
Projektablauf: Von der Diagnose bis zur Abnahme
Eine Rohrsanierung läuft in klar abgegrenzten Etappen ab. Wer den Ablauf kennt, kann Angebote besser vergleichen und erkennt früh, ob ein Betrieb strukturiert arbeitet.
- Bestandsaufnahme: Kamerabefahrung, Materialbestimmung und Druckprüfung liefern die Faktenbasis. Ohne diese Diagnose ist jedes Angebot eine Schätzung ins Blaue.
- Methodenwahl und Angebot: Auf Basis des Befunds schlägt der Fachbetrieb ein Verfahren vor. Lassen Sie sich die Wahl begründen und mögliche Alternativen nennen.
- Vorbereitung: Möbel umstellen und abdecken, Zugänge freiräumen, gegebenenfalls Provisorien für die Wasserversorgung einrichten.
- Ausführung: Je nach Verfahren reicht das Spektrum von wenigen Arbeitsschritten ganz ohne Stemmen bis zur abschnittsweisen Erneuerung kompletter Stränge.
- Dichtheitsprüfung und Abnahme: Eine abschließende Kamerafahrt oder Druckprüfung dokumentiert das Ergebnis. Bestehen Sie auf einem schriftlichen Protokoll.
Heben Sie alle Unterlagen auf — sie sind beim späteren Hausverkauf ein echtes Verkaufsargument und erleichtern Versicherungsfälle erheblich.
Spartipps für die Rohrsanierung
Tipp 1: Kamerabefahrung vorab. 150–400 € für eine Kamerabefahrung ersparen oft 3.000–5.000 € unnötiger Stemm- und Reparaturarbeiten, weil die Schadensursache klar ist.
Tipp 2: Inliner prüfen lassen. Wenn die Rohre nicht aus Blei sind und der Schaden nicht zu groß ist, kann das Inliner-Verfahren 30–50 % sparen gegenüber dem Kompletttausch.
Tipp 3: Eigenleistung bei Stemmarbeiten. Stemmarbeiten und Verputzen können erfahrene Heimwerker selbst übernehmen und damit 1.500–3.000 € einsparen. Der Fachbetrieb führt nur die Rohrmontage aus.
Tipp 4: Mit Badrenovierung kombinieren. Wer ohnehin Bad oder Küche renoviert, spart Doppelarbeit: Leitungen werden sowieso freigelegt. Gleichzeitige Sanierung reduziert Handwerkerkosten um 20–30 %.
Tipp 5: Steuerersparnis nutzen. Handwerkerkosten über §35a EStG: 20 % der Lohnkosten (max. 1.200 €/Jahr) direkt von der Steuer abziehen. Rechnung aufbewahren, Zahlung per Überweisung (kein Barzahlung).
Häufige Fehler bei der Rohrsanierung vermeiden
Viele Mehrkosten entstehen nicht durch das Verfahren selbst, sondern durch vermeidbare Planungsfehler. Diese Stolpersteine tauchen in der Praxis immer wieder auf.
- Sanierung ohne Diagnose: Wer ohne Kamerabefahrung beauftragt, kauft die Katze im Sack — und zahlt häufig für Arbeiten, die gar nicht nötig gewesen wären.
- Nur ein Angebot einholen: Ohne Vergleichsangebote fehlt jede Verhandlungsbasis. Die Unterschiede zwischen Betrieben sind erfahrungsgemäß erheblich.
- Flickstelle statt Strang denken: Wird nur die akute Bruchstelle repariert, obwohl der ganze Strang marode ist, folgt der nächste Schaden oft kurz darauf — an anderer Stelle derselben Leitung.
- Folgearbeiten vergessen: Verputzen, Fliesen und Malerarbeiten gehören in die Gesamtkalkulation, sonst wirkt das Angebot günstiger, als das Projekt am Ende ist.
- Keine Dokumentation: Fehlende Protokolle und Rechnungen erschweren Gewährleistung, Steuerabzug und spätere Versicherungsfälle unnötig.
Versicherung: Was wird übernommen?
Was zahlt die Wohngebäudeversicherung?
- Leitungswasserschäden: Schäden durch Rohrbruch oder Frostschaden sind gedeckt.
- Ortung und Freilegung: Kosten für die Suche nach der Schadenstelle werden erstattet.
- Reparatur der Bruchstelle: Die eigentliche Reparatur ist abgedeckt.
- Folgeschäden: Trocknung, Schimmelbeseitigung, Wiederherstellung von Wänden und Böden.
Was wird nicht übernommen?
- Altersbedingte Sanierung (Verschleiß ist kein Versicherungsfall)
- Präventive Rohrsanierung vor einem Schaden
- Kosten für Materialverbesserung (z. B. Upgrade von Stahl auf Edelstahl)
- Schäden außerhalb des Gebäudes (ohne Zusatzklausel)
Prüfen Sie Ihren Versicherungsvertrag auf die Klausel „Bruchschäden an Zu- und Ableitungsrohren innerhalb und außerhalb des Gebäudes“. Diese Erweiterung deckt auch Leitungen auf dem Grundstück ab und kostet nur wenige Euro Mehrbeitrag pro Jahr.
Eigenleistung oder Fachbetrieb: Wer macht was?
Bei kaum einem Gewerk ist die Grenze zwischen sinnvoller Eigenleistung und riskantem Selbstversuch so deutlich wie bei Wasserleitungen. Die Faustregel: Alles, was vor und nach der eigentlichen Rohrarbeit liegt, eignet sich für geschickte Heimwerker — die Leitung selbst gehört in Profihände.
Gut selbst machbar: Räume ausräumen, Möbel und Böden abdecken, Verkleidungen demontieren, nach Absprache mit dem Betrieb Schlitze stemmen, Bauschutt entsorgen sowie nach der Abnahme verputzen, spachteln und streichen. Diese Arbeiten sind zeitintensiv, aber technisch unkritisch.
Zwingend Fachbetrieb: Trinkwasserinstallationen unterliegen den anerkannten Regeln der Technik. Verbindungen, Druckprüfung und Hygienespülung müssen fachgerecht ausgeführt und dokumentiert werden — schon wegen Gewährleistung und Versicherungsschutz. Pfusch an der Trinkwasserleitung gefährdet außerdem die Wasserqualität im ganzen Haus.
Besprechen Sie geplante Eigenleistungen vor der Auftragsvergabe und lassen Sie sie schriftlich im Angebot abgrenzen. So bleibt eindeutig geregelt, wer für welchen Arbeitsschritt haftet.
Planungs-Checkliste für die Rohrsanierung
- Anzeichen dokumentieren (rostfarbenes Wasser, Druckverlust, feuchte Wände, erhöhter Wasserverbrauch)
- Rohrmaterial bestimmen lassen: Blei, verzinkter Stahl, Kupfer, Kunststoff?
- Kamerabefahrung für genaue Schadensanalyse beauftragen
- Sanierungsmethode wählen: Inliner, Rohr-in-Rohr oder Kompletttausch
- Mindestens 3 Angebote von Fachbetrieben einholen
- Versicherung informieren (bei akutem Schaden sofort; bei Planung: Deckung prüfen)
- Genehmigungen prüfen (Abwasser, Denkmalschutz, WEG-Beschluss)
- Wasserversorgung während Sanierung sicherstellen (Provisorien)
- Eigenleistung planen (Stemmarbeiten, Verputzen, Entsorgung)
- Rechnungen für Steuererklärung aufbewahren (§35a EStG)
Glossar: Fachbegriffe rund um die Rohrsanierung
Angebote von Sanitärbetrieben sind voller Fachvokabular. Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt, damit Sie Leistungsbeschreibungen sicher lesen und vergleichen können.
- Schlauchliner: Mit Harz getränkter Gewebeschlauch, der in das Altrohr eingezogen und dort ausgehärtet wird — im Ergebnis entsteht ein neues Rohr im alten.
- Grabenlose Sanierung: Sammelbegriff für Verfahren, die ohne Aufgraben oder großflächiges Aufstemmen von Wänden und Böden auskommen.
- Strang: Zusammenhängender Leitungsabschnitt, der mehrere Zapfstellen oder Abflüsse versorgt, oft über mehrere Etagen hinweg.
- Dichtheitsprüfung: Prüfung mit Druckluft oder Wasser, die nachweist, dass eine Leitung keine Leckagen aufweist.
- Lochfraß: Punktuelle Korrosion, die von innen winzige Löcher in Metallrohre frisst — ein häufiger Auslöser verdeckter Wasserschäden.
- Anerkannte Regeln der Technik: Verbindliche fachliche Standards, an denen sich jede Trinkwasserinstallation messen lassen muss.
Häufige Fragen zur Rohrsanierung
Was kostet eine Rohrsanierung im Einfamilienhaus?
2.000–20.000 €. Beim Inliner-Verfahren 3.000–8.000 €, beim Kompletttausch 10.000–20.000 €. Einzelne Stränge oder Teilsanierungen ab 2.000 €.
Ist das Inliner-Verfahren günstiger als ein Rohrtausch?
Ja, 30–50 % günstiger, da deutlich weniger Stemm- und Mauerarbeiten anfallen. Nicht geeignet bei schweren Schäden oder Bleileitungen.
Wann müssen Rohre ausgetauscht werden?
Bei Rohrbrüchen, starker Korrosion, Bleirohren, Rostbraun im Wasser oder Lochfraß. Bleileitungen müssen gemäß TrinkwV seit 2013 ausgetauscht sein. Verzinkte Stahlrohre nach 40–50 Jahren sanieren.
Wie lange halten sanierte Rohre?
Inliner-sanierte Rohre: 30–50 Jahre. Neue PE-X-Rohre: 50–80 Jahre. Edelstahl: über 100 Jahre. Kupfer: 40–70 Jahre bei guter Wasserqualität.
Welches Rohrmaterial ist am besten?
Für Trinkwasser sind Edelstahl und PE-X die besten Materialien. Edelstahl extrem langlebig und hygienisch, PE-X günstiger und einfacher verlegbar. Die Wahl hängt vom Budget und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Übernimmt die Versicherung die Kosten?
Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Schäden durch Rohrbruch. Präventive oder altersbedingte Sanierungen sind kein Versicherungsfall. Vertrag auf Klausel für Bruchschäden an Zu- und Ableitungsrohren prüfen.
Muss ich als Mieter für die Rohrsanierung zahlen?
Nein, die Rohrsanierung ist Sache des Vermieters. Die Kosten können als Modernisierungsumlage (max. 8 % pro Jahr) umgelegt werden, wenn es sich um eine wertverbessernde Maßnahme handelt.
Wie finde ich heraus, welches Rohrmaterial bei mir verbaut ist?
Ein Blick auf frei liegende Leitungen im Keller oder am Wasserzähler gibt erste Hinweise: Blei ist weich und silbergrau, verzinkter Stahl magnetisch, Kupfer rötlich glänzend, Kunststoff meist hell. Sicherheit bringt die Einschätzung eines Installateurs oder eine Kamerabefahrung.
Kann man während der Rohrsanierung im Haus wohnen bleiben?
Bei grabenlosen Verfahren in der Regel ja, da das Wasser nur kurzzeitig abgestellt wird. Beim Kompletttausch hängt es vom Umfang ab: Werden Bad und Küche gleichzeitig stillgelegt, sind Provisorien oder eine vorübergehende Ausweichlösung sinnvoll.
Woran erkenne ich einen seriösen Fachbetrieb für die Rohrsanierung?
Gute Zeichen sind eine gründliche Diagnose vor dem Angebot, eine schriftliche Leistungsbeschreibung mit nachvollziehbarer Methodenbegründung, ein Abnahmeprotokoll mit Kamerafahrt sowie prüfbare Referenzen. Vorsicht bei Haustürgeschäften und Druck zu sofortiger Beauftragung.
Fazit: Mit System sanieren statt vorschnell entscheiden
Eine Rohrsanierung ist kein Projekt für Bauchentscheidungen. Wer die Reihenfolge einhält — erst Diagnose per Kamerabefahrung, dann Methodenwahl, dann Vergleichsangebote — verschafft sich Kontrolle über Umfang und Budget. Die grabenlosen Verfahren haben den Markt verändert: Vieles, was früher aufgestemmte Wände bedeutete, lässt sich heute von innen lösen. Sie sind aber kein Allheilmittel; bei schweren Schäden und grundsätzlich bei Bleileitungen bleibt der Austausch alternativlos. Die konkreten Preisspannen der einzelnen Verfahren finden Sie in der Kostenübersicht am Seitenanfang. Wer zusätzlich Eigenleistungen klug abgrenzt und jede Etappe dokumentieren lässt, macht aus einer gefürchteten Pflichtaufgabe eine planbare Investition in die Substanz des Hauses.
Kamerabefahrung vor jeder Entscheidung — das ist die wichtigste Investition (150–400 €). Wenn Inliner möglich ist, spart man 30–50 % gegenüber dem Kompletttausch. Bleirohre sind kein Ermessensspielraum: gesetzlicher Pflichttausch. PE-X oder Edelstahl sind die Materialien der Wahl für neue Trinkwasserleitungen. Alle Preise Stand April 2026, regional abweichend.