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Fliesenleger Kosten 2026: Preise pro m², Bad & Küche

Ein Fliesenleger berechnet 2026 je nach Region und Verlegemuster 30–90 Euro pro m² Arbeitsaufwand. Für ein komplett gefliestes Badezimmer sollten Sie inklusive Material 3.000–8.000 Euro einplanen. Wir zeigen alle Preisspannen, Stundensätze, typische Projektkosten und wann sich der Einsatz eines Profis rechnet.

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Stockfoto, 1200×600px

Preise pro m² und Stundensatz

Fliesenlegen ist Handwerk mit erheblichem Erfahrungsgefälle — die Qualität eines Fliesenlegers zeigt sich in sauberen Fugenlinien, exakten Schnitten an Ecken und Rohrdurchführungen, und der Langlebigkeit der Verbindung zwischen Fliese und Untergrund. Der Preis pro m² variiert stark je nach Verlegemuster, Fliesengröße und regionalen Lohnkosten.

Die folgende Tabelle zeigt die reinen Arbeitspreise ohne Material. Grundlage sind die Preisspannen der Verbraucherzentrale und der Branchenplattform handwerker.de für Deutschland 2026.

LeistungArbeitskosten netto pro m²Bemerkung
Bodenfliesen verlegen (Normalformat, Verband)30–50 €/m²Bis 60×60 cm, gerades Raster
Wandfliesen Bad verlegen (Normalformat)35–55 €/m²Bis 30×60 cm, Rechteckverband
Diagonalverlegung (45°)45–70 €/m²+20–40 % Schnittaufwand
Großformat (60×120 cm oder größer)55–90 €/m²Schwerere Handhabung, mehr Ausschuss
Mosaik verlegen60–100 €/m²Matten-Mosaikfliesen
Terrassenfliesen (frostsicher, Außen)40–80 €/m²Inkl. frostsicherer Kleber
Fugen erneuern (ohne Neubelegung)20–40 €/m²Fräsen + neu verfugen
Hinweis zu den Preisen

Alle Angaben sind Netto-Richtwerte für Deutschland, Stand 2026, regional abweichend. In Ballungsräumen (München, Frankfurt, Hamburg) liegen die Arbeitspreise typischerweise 20–35 % über dem Bundesdurchschnitt. In ländlichen Regionen Ostdeutschlands können die Preise am unteren Ende oder darunter liegen. Grundlage: Verbraucherzentrale und handwerker.de.

Stundensätze 2026

Der Stundensatz eines Fliesenlegers beträgt 2026 je nach Region und Qualifikation 55–90 Euro netto. Ein erfahrener Meisterbetrieb in München oder Frankfurt berechnet 80–100 Euro, ein Geselle in einer ländlichen Region 55–70 Euro. Pro Arbeitsstunde verlegt ein Fliesenleger im Schnitt 6–12 m² (Normalformat, Boden, gerader Verband). Wandfliesen im Bad gehen langsamer: 4–8 m²/h wegen Schnittarbeit an Ecken, Armaturen und Rohrdurchführungen.

Mindestbestellmengen beachten: Die meisten Fachbetriebe berechnen eine Anfahrtspauschale von 40–80 Euro und haben eine Mindestauftragsgröße von 4–8 Stunden. Sehr kleine Aufträge (z. B. nur 3 m² Dusche nachfliesen) werden daher überproportional teuer — hier kann der m²-Preis effektiv das Doppelte des Standardpreises betragen.

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Typische Projekte mit Gesamtkosten

Die folgenden Projektkosten umfassen jeweils Arbeitsleistung und Standardmaterial (mittlere Preisklasse, keine Designerfliesen). Außerdem sind die üblichen Nebenleistungen wie Verbundabdichtung im Nassbereich und Untergrundvorbereitung eingerechnet.

ProjektFlächeGesamtkosten inkl. Material
Duschbereich neu fliesen8–12 m²800–2.000 €
Badezimmer komplett (Boden + Wände)35–50 m²3.000–8.000 €
Küchenspiegel (Wandbereich Herd/Spüle)3–6 m²400–900 €
Flur neu fliesen10–20 m²800–2.500 €
Terrasse (20 m², frostsichere Platten)20 m²1.500–3.500 €
Wohnzimmerboden großformatig30–50 m²3.000–7.000 €

Badezimmer — die häufigste Anfrage

Ein typisches deutsches Badezimmer misst 6–12 m² Bodenfläche und hat 25–40 m² Wandfläche (je nach Deckenhöhe und Raumschnitt). Das ergibt eine Gesamtfliesen-Fläche von 31–52 m². Hinzu kommen die komplexen Schnittarbeiten rund um Badewanne, Duscharmatur, Seifenablage, WC-Anschluss und Heizkörper. Diese Details machen Bäder pro m² deutlich arbeitsintensiver als offene Bodenflächen.

Beispielrechnung für ein Standard-Badezimmer (8 m² Boden, 32 m² Wände, Standardfliesen 30×60 cm Wand, 60×60 cm Boden): Wandarbeit 32 m² × 45 €/m² = 1.440 €, Bodenarbeit 8 m² × 40 €/m² = 320 €, Verbundabdichtung 40 m² × 12 €/m² = 480 €, Materialkosten Fliesen + Zubehör = 1.100 €, Anfahrt + Kleinmaterial = 180 €. Gesamtrechnung: ca. 3.520 € netto.

Materialkosten: Fliesen, Kleber und Fugenmasse

Materialkosten sind der zweite große Kostenblock beim Fliesenprojekt. Sie machen je nach gewählter Fliesenqualität 30–50 % der Gesamtkosten aus. Die Bandbreite ist enorm: von der Standardfliese für 8 €/m² bis zur handgemachten Designfliese für 200 €/m².

MaterialPreisklasseKosten
Standardfliesen (Boden, 30×30 bis 60×60 cm)Einfach8–20 €/m²
Mittelklasse-Fliesen (60×60, Feinsteinzeug)Mittel20–50 €/m²
Großformat-Feinsteinzeug (60×120, 80×160 cm)Mittel–Hoch40–100 €/m²
Designerfliesen / Handmade / MarokkanischPremium80–250 €/m²
Fliesenkleber (Flexkleber, Boden)5–12 €/m²
Fugenmasse2–6 €/m²
Verbundabdichtung (Nassbereich)8–15 €/m²
Entkopplungsmatte6–12 €/m²

Verschnitt einplanen

Beim Fliesenkauf sollten Sie grundsätzlich 10–15 % Verschnitt aufschlagen. Bei Diagonalverlegung steigt der Verschnitt auf 15–20 %, bei Großformat und schwierigen Raumgeometrien auf bis zu 25 %. Wer zu wenig kauft, riskiert, dass die Charge später nicht mehr verfügbar ist (Farbschwankungen zwischen Chargen sind normal) — Restfliesen immer aufheben.

Tipp: Lassen Sie den Fliesenleger die benötigte Menge berechnen, bevor Sie kaufen. Profis kennen den tatsächlichen Verschnitt für das geplante Muster und können die Bestellmenge präzise angeben.

Untergrundvorbereitung und Abdichtung

Der Untergrund entscheidet über die Haltbarkeit der Verlegung. Eine Fliese auf einem ungeeigneten Untergrund löst sich — manchmal nach Monaten, manchmal nach Jahren. Die Untergrundvorbereitung ist ein oft unterschätzter Kostenposten, der in vielen günstigen Angeboten fehlt.

Untergrundtypen und ihre Anforderungen

Zementestrich (schwimmend): Der Standarduntergrund in deutschen Neubauten. Vor dem Fliesen muss die Restfeuchte unter 2 CM% (Calciumcarbid-Methode) liegen — das kann 4–8 Wochen nach dem Einbau dauern. Eine Entkopplungsmatte (Schlüter Ditra o. ä.) schützt vor Rissen durch Schwindung und Temperatur. Kosten: 6–12 €/m² für die Matte plus Verlegeaufwand.

Gipskarton / Trockenbauwand: Geeignet für Wandfliesen, wenn ausreichend verstärkt (12,5 mm GKB, bei Nassbereich 15 mm GKFI oder Aquapanel). Verbundabdichtung im Nassbereich ist Pflicht. Kosten: 8–15 €/m² für Abdichtung.

Verbundabdichtung (Nassbereich): Im Bereich der Dusche, Badewanne und an Wandanschlüssen schreibt DIN 18534 eine Verbundabdichtung vor. Flüssige Dichtschlämme (Remmers, Mapei) werden in 2–3 Lagen aufgetragen. Kosten: 8–15 €/m² Material + Arbeit. Ecken und Anschlüsse werden zusätzlich mit Dichtband gesichert. Wer diese Position im Angebot vermisst, sollte nachfragen — fehlende Abdichtung führt zu Schimmel und teuren Folgeschäden.

Wichtig: Abdichtung nicht einsparen

Eine fehlende oder mangelhafte Verbundabdichtung im Nassbereich ist die häufigste Ursache für Wasserschäden in Badezimmern. Die Folgekosten (Schimmelbeseitigung, Estrichaustausch, Neuverfliesung) übersteigen die Ersparnis beim Weglassen der Abdichtung um ein Vielfaches. Bestehen Sie auf einem schriftlichen Nachweis der ausgeführten Abdichtung.

Fliesenformate und ihr Einfluss auf den Preis

Das Fliesenformat beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch die Arbeitszeit und damit den Preis erheblich. Als Faustregel gilt: Je größer das Format, desto teurer die Verlegung — aber desto weniger Fugen, was dem Raum mehr Ruhe gibt und die Reinigung erleichtert.

FormatArbeitsaufwandArbeitskosten (Boden)Optischer Effekt
30×30 cm (Klein)niedrig30–45 €/m²klassisch, viele Fugen
60×60 cm (Standard)mittel35–55 €/m²modern, ausgewogen
60×120 cm (Großformat)hoch55–80 €/m²großzügig, wenig Fugen
80×160 cm (XXL)sehr hoch70–100 €/m²Loft-Optik, minimale Fugen
Mosaik (2,5×2,5 cm)sehr hoch60–100 €/m²Dusche, Designakzent

Großformatige Fliesen ab 60×120 cm stellen besondere Anforderungen: Der Untergrund muss absolut eben sein (max. 3 mm Unebenheit auf 2 m), der Kleber muss vollflächig aufgetragen werden (Buttering-Floating-Methode), und die Fliesen sind deutlich schwerer. Ein erfahrener Fliesenleger kann bei Großformat nur 4–6 m² pro Stunde verlegen statt der üblichen 8–12 m². Das erklärt den deutlichen Aufpreis.

Abriss alter Fliesen

Wer ein Bad oder eine Küche saniert, steht vor der Frage: alte Fliesen entfernen oder überkleben? Beide Optionen haben ihre Berechtigung, aber die Entscheidung hat erhebliche Kostenfolgen.

Fliesen überfliesen

Das direkte Überfliesen (Fliese auf Fliese) spart den Abbruchaufwand, erhöht aber die Aufbauhöhe um 10–15 mm. Bedingung: Die alte Fliese muss vollflächig fest haften, ohne Hohlstellen, und die Tragkraft des Untergrundes muss ausreichen. Maximale Lagenzahl: 2 (danach zu schwer). Kosten für Untergrundprüfung und Vorbereitung: 5–10 €/m². Klappt nur bei geraden, ebenen Altfliesen — bei Unebenheiten oder Hohlstellen muss abgeschlagen werden.

Fliesen abschlagen

Der Abbruch alter Fliesen kostet 15–35 €/m² inklusive Entsorgung. Bei Dickbettmörtel (ältere Altbauten, häufig vor 1980) kann der Aufwand auf 40–60 €/m² steigen, da der Mörtel mit dem Meißel entfernt werden muss. Für ein 40 m² Bad (8 m² Boden, 32 m² Wand) sind das 600–2.400 Euro nur für den Abbruch. Entsorgung: ca. 50–80 Euro pro Tonne Fliesenschutt (Containerpreis).

Außenbereich und Terrasse

Terrassenplatten und Außenfliesen unterliegen besonderen Anforderungen: Frostsicherheit (Wasseraufnahme unter 0,5 %), rutschfeste Oberfläche (R11 oder besser für barfußbereiche), und ausreichendes Gefälle (mind. 1,5–2 % vom Gebäude weg, damit Wasser abläuft und keine Staunässe entsteht).

AußenbereichArbeitskosten/m²Materialkosten/m²Gesamt/m²
Terrassenplatten (Keramik, 60×60 cm)40–60 €20–50 €60–110 €
Terrassenplatten (Großformat, 60×120 cm)55–80 €35–80 €90–160 €
Balkon (Bestand sanieren)50–80 €25–60 €75–140 €
Poolumrandung (rutschfest)55–90 €30–70 €85–160 €

Besonderheit Terrasse: Wenn kein ausreichendes Gefälle im Untergrund vorhanden ist, muss ein Gefälleestrich eingebaut werden. Kosten: 25–40 €/m² zusätzlich. Bei Balkonen kommt häufig eine Balkonabdichtung nach EN 14891 hinzu (30–50 €/m²), bevor die Fliese verlegt werden darf. Diese Positionen fehlen in manchen günstigen Angeboten — Nachfragen lohnt sich.

Fliesenleger finden: Worauf bei der Auswahl achten

Ein erfahrener Fliesenleger ist auf dem deutschen Handwerksmarkt 2026 schwer zu bekommen. Wartezeiten von 6–12 Wochen sind in Ballungsräumen die Regel, nicht die Ausnahme. Wer sein Badezimmer sanieren will, sollte frühzeitig planen und mehrere Betriebe parallel anfragen. Die folgenden Auswahlkriterien helfen dabei, seriöse Betriebe von unseriösen zu unterscheiden.

Meisterbetrieb oder Geselle?

Seit der Novellierung der Handwerksordnung 2004 ist das Fliesenlegern kein zulassungspflichtiges Handwerk mehr — theoretisch darf jeder Fliesenleger werden. Seit 2020 wurde die Meisterpflicht wieder eingeführt, gilt aber nicht rückwirkend für bestehende Betriebe ohne Meisterbrief. Für den Auftraggeber bedeutet das: Fragen Sie nach dem Meisterbriefstatus. Ein Meisterbetrieb hat nachgewiesene Ausbildungs- und Qualifikationsstandards und haftet für Mängel nach VOB/B oder BGB Werkvertragsrecht volle 5 Jahre. Betriebe ohne Meisterbrief sind nicht per se schlechter, aber die Qualifikationsnachweispflicht ist geringer.

Wichtige Fragen vor der Beauftragung

Stellen Sie potenziellen Fliesenlegern vor der Beauftragung diese Fragen: Erstens — Führen Sie die Verbundabdichtung nach DIN 18534 durch, und welches Produkt verwenden Sie? Zweitens — Wie verkleben Sie Großformatfliesen (vollflächig oder Punkt-Wulst)? Drittens — Wie lange dauert das Projekt, und an welchen Tagen sind Sie auf der Baustelle? Viertens — Welche Gewährleistung geben Sie und in welcher Form (schriftlich)? Fünftens — Können Sie drei Referenzen nennen, deren Bad mindestens 2 Jahre alt ist?

Betriebe, die auf Frage 1 oder 2 ausweichend antworten oder Verbundabdichtung als optional bezeichnen, sollten Sie nicht beauftragen. Die Verbundabdichtung im Nassbereich ist keine optionale Zusatzleistung, sondern eine bautechnische und versicherungsrechtliche Mindestanforderung.

Schwarzarbeit und Steuerbonus

Fliesenlegen ist eine der Handwerkerleistungen, die im Rahmen des § 35a EStG steuerlich absetzbar sind. Privatpersonen können 20 % der Arbeitskosten (nicht Material) als Steuerermäßigung geltend machen — maximal 1.200 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist eine Rechnung und die Zahlung per Überweisung (kein Barzahlung). Bei 6.000 Euro Arbeitskosten im Bad ergibt das eine Steuerersparnis von 1.200 Euro. Schwarzarbeit schließt diese Möglichkeit aus und entfällt bei Mängeln die gesetzliche Gewährleistung vollständig.

Qualitätsmerkmale und Angebotsvergleich

Beim Fliesenlegen trennen sich Qualität und Preis oft erst nach Monaten oder Jahren — wenn schlecht haftende Fliesen sich lösen, Fugen reißen oder Wasser in den Nassbereich eindringt. Wer ein Angebot bewertet, sollte nicht nur auf den Gesamtpreis achten, sondern auf fünf Qualitätsindikatoren, die seriöse Betriebe stets angeben.

Fünf Qualitätsindikatoren im Angebot

  1. Verbundabdichtung explizit ausgewiesen: Im Nassbereich ist die Verbundabdichtung nach DIN 18534 Pflicht. Ein seriöses Angebot führt sie als separate Position auf — mit Quadratmeterpreis und verwendetem Produkt. Fehlt sie, fragen Sie gezielt nach.
  2. Vollflächige Verklebung bei Großformat: Fliesen ab 60×60 cm müssen vollflächig verklebt werden (Buttering-Floating oder kombiniertes Verfahren). Günstige Angebote sparen hier oft an Material und Arbeitszeit — das führt zu Hohlstellen, die bei Schlagbelastung brechen.
  3. Fugenmaterialangabe: Epoxidharz-Fugen (z. B. Mapei Kerapoxy) sind chemisch resistent, hygienisch und haltbar — aber teurer als Zementfugen. Im Nassbereich und in der Küche ist Epoxidharz der langfristig wirtschaftlichere Ansatz. Lassen Sie sich das Produkt nennen.
  4. Mindestbestellmenge und Anfahrt: Klären Sie vorab, ob eine Mindestauftragsgröße besteht und ob eine Anfahrtspauschale berechnet wird. Bei kleinen Aufträgen (unter 10 m²) kann die Pauschale 30–50 % des Gesamtpreises ausmachen.
  5. Referenzen mit Telefonnummer: Seriöse Meisterbetriebe geben Referenzen an, die Sie anrufen können. Besonders relevant: Nassbereich-Projekte, die mindestens 2–3 Jahre alt sind.

Regionale Preisunterschiede 2026

Die Arbeitskosten eines Fliesenlegers variieren erheblich zwischen den Regionen. In München, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg liegen die Stundensätze bei 80–100 Euro netto — bis zu 35 % über dem Bundesdurchschnitt von 60–75 Euro. In ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens oder Thüringens sind 50–65 Euro üblich. Diese Differenz macht bei einem 40 m² Bad mit 100 Arbeitsstunden rechnerisch 1.500–3.500 Euro Unterschied allein durch die regionale Lage des Betriebs.

Tipp: Wer in einer teuren Großstadt lebt und ein größeres Projekt plant, kann sich bei überregionalen Meisterbetrieben erkundigen, die für mehrtägige Projekte anreisen. Fahrzeit und Unterkunft summieren sich — aber bei 30 m²-Projekten und mehr kann die regionale Preisdifferenz die Reisekosten übersteigen.

Gesamtkostenrechnung: Bad 8 m² Boden, 32 m² Wand

PositionMengeEinzelpreisSumme
Wandfliesen verlegen (Normalformat)32 m²45 €/m²1.440 €
Bodenfliesen verlegen8 m²42 €/m²336 €
Verbundabdichtung Nassbereich40 m²12 €/m²480 €
Wandfliesen Material (Mittelklasse)36 m² (+12 %)22 €/m²792 €
Bodenfliesen Material (60×60 cm)9 m² (+12 %)28 €/m²252 €
Kleber, Fugenmasse, Kleinmaterial40 m²12 €/m²480 €
Anfahrtspauschalepauschal80 €
Gesamt netto3.860 €
Gesamt brutto (19 % MwSt.)4.593 €

Diese Kalkulation entspricht einem Standardbad in mittlerer Preislage. Bei Großformatfliesen oder Diagonalverlegung steigen die Arbeitskosten um 20–40 %, die Gesamtrechnung nähert sich dann der 6.000-Euro-Marke. Bei Premiummaterial (Designer-Fliesen, Feinsteinzeug 80×160 cm) sind auch 8.000–12.000 Euro möglich.

5 Spartipps beim Fliesenlegen

  1. Material selbst kaufen, Arbeit vom Profi: Fliesen können Sie im Baustoffhandel oder Outlet günstiger einkaufen als über den Handwerker (Handwerker schlagen typischerweise 15–25 % auf den Einkaufspreis auf). Kaufen Sie auf Vorrat mit 15 % Verschnitt. Dem Fliesenleger geben Sie das Material — er stellt nur die Arbeitsleistung und Verbrauchsmaterialien (Kleber, Fugenmasse) in Rechnung.
  2. Gerades Verlegemuster wählen: Diagonalverlegung und Fischgrätmuster erhöhen den Arbeitsaufwand und damit die Kosten um 20–40 %. Für Budgetprojekte ist die klassische Rechteckverlegung im Verband die wirtschaftlichste Option. Optisch lässt sich viel mit Format und Farbe erzielen, ohne teures Verlegemuster.
  3. Mehrere Gewerke bündeln: Wenn ohnehin das Bad saniert wird (Sanitär, Elektro, Fliesen), fragen Sie Ihren Fliesenleger nach Empfehlungen. Handwerker aus dem gleichen Netzwerk koordinieren sich besser, vermeiden Wartezeiten zwischen den Gewerken und bieten manchmal Paketpreise an.
  4. Kleines Format für komplexe Bereiche: In Bereichen mit vielen Schnitten (Duschbereich, Nischen, Fensterbänke) können kleinere Fliesen den Verschnitt reduzieren. Ein 10×10 cm Mosaik im Duschbereich hat weniger Abfall als ein 60×120 cm Großformat, das mehrfach zugeschnitten werden muss.
  5. Vorbereitungsarbeiten selbst erledigen: Das Abschlagen alter Fliesen können handwerklich begabte Eigentümer selbst übernehmen — das spart 15–35 €/m². Wichtig: Untergrund nach dem Abschlagen prüfen lassen. Elektrische und wasserführende Leitungen in der Wand unbedingt vorher identifizieren.

Häufige Fragen zum Fliesenleger

Was kostet ein Fliesenleger pro m²?

Arbeitskosten: 30–90 Euro/m² je nach Format und Muster. Standardformat Boden im Verband: 30–50 €/m². Großformat oder Diagonal: 55–90 €/m². Zuzüglich Materialkosten (Fliesen, Kleber, Fugen): 15–130 €/m² je nach Qualität.

Was kostet ein Badezimmer fliesen lassen?

Ein typisches Bad (35–50 m² Gesamtfläche) kostet inklusive Standardmaterial 3.000–8.000 Euro. Einfaches Standardbad: 3.000–4.500 €. Hochwertiges Bad mit Großformat: 6.000–10.000 €.

Was kostet der Stundensatz?

55–90 Euro netto pro Stunde, je nach Region. München/Frankfurt: 80–100 €/h. Ländliche Regionen: 55–70 €/h. Ein Fliesenleger verlegt im Schnitt 6–12 m²/h (Normalformat, Boden).

Was kostet der Fliesenabriss?

15–35 €/m² inklusive Entsorgung. Bei Dickbettmörtel (Altbau vor 1980): 40–60 €/m². Für 40 m² Bad: 600–2.400 Euro nur für den Abbruch.

Brauche ich eine Verbundabdichtung im Bad?

Ja — im Nassbereich (Dusche, Badewanne, Wandanschlüsse) ist die Verbundabdichtung nach DIN 18534 Pflicht. Kosten: 8–15 €/m². Weglassen führt langfristig zu Schimmel und teuren Folgeschäden.

Was kostet Terrassenfliesen verlegen?

Arbeitskosten: 40–80 €/m². Materialkosten frostsichere Keramikplatten: 20–80 €/m². Gesamtkosten für 20 m² Terrasse: 1.500–3.500 Euro.

Stand der Preise: 2026, regional abweichend

Alle Preisangaben gelten für Deutschland, Stand April 2026. Handwerkerpreise variieren regional erheblich. Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband, handwerker.de.