Kostenübersicht: Was kostet Fassade streichen?
Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick:
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Fassade streichen pro m² | 15–50 €/m² |
| Durchschnittspreis (inkl. Gerüst) | 25–35 €/m² |
| EFH 150 m² — nur Anstrich | 5.000–12.000 € |
| EFH 150 m² — mit Putz & Vorbereitung | 14.000–17.000 € |
| EFH 150 m² — mit WDVS (Dämmung) | 25.000–35.000 € |
| Gerüst (EFH, 4 Wochen) | 2.500–3.500 € |
| Material allein (EFH 150 m²) | 2.750–3.850 € |
Preise im Detail: Was beeinflusst die Kosten?
Lohnkosten nach Region
Malerarbeiten liegen je nach Bundesland bei unterschiedlichen Stundenlöhnen:
- Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg): 45–65 Euro/Stunde
- Nordrhein-Westfalen, Hessen: 40–55 Euro/Stunde
- Ostdeutschland: 30–45 Euro/Stunde
Anzahl der Anstriche
Ein Anstrich (Grundierung + 1 Deckschicht) kostet ca. 15–20 Euro/m². Zwei Deckanstriche (Qualitätsstandard): 20–30 Euro/m². Drei-Schicht-System bei stark verwitterten Fassaden: 30–50 Euro/m².
Fassadenoberfläche und Vorarbeiten
Glatter Putz ist günstiger zu streichen als Rauputz oder Klinkerfassaden. Rissige oder abblätternde Fassaden erfordern Vorarbeit (Abschleifen, Spachteln, Grundierung): Mehrkosten 5–15 Euro/m².
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Bevor Sie Angebote einholen, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Der Zustand des Untergrunds entscheidet darüber, ob ein einfacher Neuanstrich genügt oder ob umfangreiche Vorarbeiten nötig werden — und damit über den gesamten Kostenrahmen.
Risse richtig einordnen
Nicht jeder Riss ist ein Alarmsignal. Feine Haarrisse im Oberputz sind meist rein optischer Natur und lassen sich mit einem füllenden Anstrichsystem überarbeiten. Netzartige Schwundrisse deuten auf Spannungen im Putz hin und brauchen eine armierende Zwischenschicht. Kritisch sind durchgehende Risse, die dem Mauerwerksverlauf folgen: Hier sollte vor jedem Anstrich ein Fachmann klären, ob sich das Gebäude noch setzt. Ein Anstrich überdeckt solche Risse nur kurzfristig — sie zeichnen sich nach wenigen Wintern wieder ab.
Algen, Moos und Schmutz
Grünliche Schleier an der Wetterseite sind in der Regel Algenbewuchs, dunkle Spuren unter Fensterbänken oft Schmutzfahnen. Beides muss vor dem Streichen gründlich entfernt werden, sonst arbeitet sich der Bewuchs durch die neue Beschichtung. Bei starkem Befall lohnt der Blick auf die Ursache: dauerfeuchte Wandbereiche, defekte Dachrinnen oder fehlende Tropfkanten begünstigen den Bewuchs und sollten im Zuge der Maßnahme mit behoben werden.
Klopfprobe und Wischtest
Zwei einfache Prüfungen können Sie selbst durchführen. Klopfen Sie die Fassade abschnittsweise ab: Klingt es hohl, hat sich der Putz vom Untergrund gelöst und muss an diesen Stellen erneuert werden. Wischen Sie anschließend mit der flachen Hand über die Oberfläche: Bleibt deutlich Pigment oder Sand an der Handfläche haften, kreidet der Altanstrich — dann ist eine festigende Grundierung Pflicht, bevor neue Farbe dauerhaft haften kann.
Gerüstkosten: Der oft vergessene Posten
Für ein typisches EFH mit 150 m² Fassadenfläche entstehen folgende Gerüstkosten:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Auf- und Abbau | 7–7,50 €/m² |
| Miete (pro Monat) | 5–12 €/m² |
| Gesamt EFH (4 Wochen) | 2.500–3.500 € |
Tipp: Wenn Sie mehrere Gewerke gleichzeitig beauftragen (Fassade + Fenster + Dachreparatur), teilen sich die Gerüstkosten auf — das spart 500–1.500 Euro.
So arbeitet der Fachbetrieb: Der Ablauf Schritt für Schritt
Ein professioneller Fassadenanstrich folgt einer festen Reihenfolge. Wer sie kennt, kann Angebote besser vergleichen und erkennt, ob ein Betrieb sauber kalkuliert:
- Gerüststellung und Abdeckung: Fenster, Türen, Sockel und angrenzende Flächen werden abgeklebt, Wege und Pflanzen mit Folie geschützt.
- Reinigung und Vorbehandlung: Die Fassade wird abgewaschen oder schonend gereinigt; Algen- und Moosbefall erhält eine algizide Behandlung mit ausreichender Einwirkzeit.
- Reparaturen: Hohlstellen werden ausgebessert, Risse verfüllt, beschädigte Putzpartien neu aufgezogen. Diese Position sollte im Angebot separat ausgewiesen sein.
- Grundierung: Je nach Untergrund kommt ein Tiefengrund (festigt sandende Flächen) oder ein Haftgrund zum Einsatz. Ohne passende Grundierung blättert auch die beste Farbe vorzeitig ab.
- Zwischenanstrich: Der erste Farbauftrag gleicht Saugverhalten und Farbton des Untergrunds an.
- Schlussanstrich: Der zweite Auftrag sorgt für gleichmäßige Deckung und den eigentlichen Witterungsschutz. Erst danach werden Abklebungen entfernt und das Gerüst abgebaut.
Zwischen den Arbeitsgängen müssen Trocknungszeiten eingehalten werden. Seriöse Betriebe planen dafür Puffer ein — ein auffällig knapper Zeitplan ist eher ein Warnsignal als ein Vorteil.
Fassadenfarben im Vergleich
| Farbentyp | Preis/Liter | Haltbarkeit | Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Dispersionsfarbe | 3–6 € | 5–7 Jahre | Günstig, gute Abdeckung, für glatte Untergründe |
| Silikonharzfarbe | 5–9 € | 10–15 Jahre | Wasserabweisend, diffusionsoffen, Bestseller |
| Silikatfarbe | 8–15 € | 15+ Jahre | Mineralisiert Untergrund, für historische Bauten |
| Mineralfarbe | 4–8 € | 10–20 Jahre | Alkaliresistent, für Denkmalschutz |
| Wärmedämmfarbe | 20–50 € | 5–10 Jahre | Minimale Dämmwirkung; kein Ersatz für WDVS |
Farbsystem und Untergrund: Worauf es bei der Auswahl ankommt
Die Tabelle zeigt die Preisspannen — entscheidend ist aber, dass Farbe und Untergrund zusammenpassen. Drei Konzepte helfen bei der Einordnung:
- Diffusionsoffenheit: Eine diffusionsoffene Beschichtung lässt Wasserdampf aus dem Mauerwerk entweichen. Auf mineralischen Putzen und älteren Gebäuden ohne Sperrschichten ist das wichtig, damit Feuchtigkeit nicht hinter der Farbschicht eingeschlossen wird.
- Untergrund-Verträglichkeit: Silikatfarben verkieseln mit mineralischen Untergründen und halten dort besonders dauerhaft, haften aber nicht auf alten Dispersionsanstrichen. Silikonharzfarben sind die flexibelsten Allrounder. Dispersionsfarben eignen sich vor allem für intakte, bereits dispersionsbeschichtete Flächen.
- Wasserabweisung: An schlagregenbelasteten Wetterseiten zählt eine wasserabweisende Oberfläche mehr als an geschützten Hofseiten. Es kann sinnvoll sein, die Anforderungen je Fassadenseite unterschiedlich zu gewichten.
Wetterfenster: Wann gestrichen werden sollte
Fassadenfarbe braucht zum Abbinden milde, trockene Witterung. Frost während der Trocknung zerstört den Farbfilm, pralle Sommersonne lässt die Farbe zu schnell anziehen und führt zu Ansätzen und Streifen. Ideal sind die Übergangsjahreszeiten mit stabiler Wetterlage. Auch Morgentau und aufziehender Regen sind kritisch: Ein seriöser Betrieb unterbricht die Arbeiten lieber einen Tag, statt in ein schlechtes Wetterfenster hineinzustreichen.
Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Fassade dämmen und streichen
Wer die Fassade grundlegend energetisch sanieren möchte, kombiniert Anstrich mit einer Wärmedämmung (WDVS):
- Kosten WDVS komplett: 120–230 Euro/m² (EFH 150 m²: 18.000–35.000 Euro)
- Dämmstärke: 10–20 cm (EPS oder Mineralwolle) je nach Anforderung
- Haltbarkeit: 30–40 Jahre
- Energieeinsparung: 20–30 % weniger Heizkosten üblich
WDVS-Angebote & Vergleich
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BAFA BEG Einzelmaßnahmen (Wärmedämmung)
Reiner Fassadenanstrich ist nicht BAFA-förderfähig. Förderfähig ist die Dämmmaßnahme (WDVS) bei Erfüllung der Wärmeschutz-Anforderungen:
- BAFA-Zuschuss: Grundförderung 15 %, + 5 % Klimageschwindigkeitsbonus möglich
- Förderhöchstgrenze: 30.000 Euro/WE (Einzelmaßnahme), davon 15–20 % = bis 6.000 Euro
- Voraussetzung: Antrag VOR Auftragsvergabe, zertifizierter Energieberater erforderlich
§35a EStG — Handwerkerbonus
20 % der Lohnkosten (nicht Material) steuerlich absetzbar — gilt auch für reinen Fassadenanstrich:
- Maximal 1.200 Euro/Jahr Steuerentlastung
- Nur für selbstgenutztes Eigentum
- Rechnung muss per Überweisung bezahlt werden (kein Barzahlung)
§35c EStG — Energetische Sanierung
20 % der Gesamtkosten über 3 Jahre (6,7 %/Jahr), wenn die Maßnahme die GEG-Anforderungen erfüllt:
- Höchstbetrag: 200.000 Euro Bemessungsgrundlage → max. 40.000 Euro Steuerentlastung
- Nicht kombinierbar mit BAFA-Zuschuss für dieselbe Maßnahme
- Nur für Wohngebäude älter als 10 Jahre
GEG-Anforderungen 2026: Was gilt bei der Fassade?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei wesentlichen Bausanierungen Mindest-Wärmeschutz-Anforderungen vor:
- Reiner Fassadenanstrich (keine Änderung der Baukonstruktion): kein GEG-Trigger
- Neue Außenputzschicht auf mind. 10 % der Bauteilfläche: Dämmung auf U ≤ 0,24 W/m²K erforderlich
- WDVS: U ≤ 0,20 W/m²K (neuere GEG-Fassung 2024)
Selbst streichen: Wann lohnt es sich?
Im Erdgeschoss und bei kleinen Flächen ist Eigenleistung gut möglich:
- Kosten Material EFH 150 m²: 2.750–3.850 Euro
- Zeitaufwand EG: 2–3 Wochenenden (2 Personen)
- Ab 2. OG: Gerüstmiete 2.500–3.500 Euro — Kostenersparnis schrumpft
- WDVS und Putz: Nicht für Laien empfohlen — Qualitätsprobleme entziehen BAFA-Förderung
BAFA-Förderung und §35c EStG setzen Fachbetrieb-Ausführung voraus. Wer selbst streicht, verliert die BAFA-Förderung und den Steuerabzug für die energetische Sanierung. Nur Handwerkerbonus §35a entfällt bei Eigenleistung vollständig.
Typische Fehler beim Fassadenanstrich
- Vorarbeiten überspringen: Wer auf kreidenden oder algenbelasteten Untergrund streicht, bezahlt den Anstrich doppelt — die neue Schicht hält schlicht nicht.
- Falsche Grundierung: Tiefengrund auf dichtem Altanstrich oder fehlender Haftgrund auf glatten Flächen führt früh zu Abplatzungen.
- Farbsystem gewechselt, ohne den Altanstrich zu prüfen: Silikatfarbe auf Dispersionsuntergrund haftet nicht — vorher testen oder fachlich beraten lassen.
- Bei ungeeigneter Witterung gestrichen: Regen, Frost oder direkte Sonneneinstrahlung während der Trocknung ruinieren das Ergebnis.
- Zu dünn kalkuliert: Ein eingesparter Zwischenanstrich fällt erst nach dem ersten Winter auf, wenn der Untergrund durchscheint.
- Gerüstzeit verschenkt: Wer während der Standzeit nicht prüft, ob Dachrinnen, Fensterbänke oder Fugen gleich mit instandgesetzt werden können, zahlt für dieselbe Gerüststellung später erneut.
Spartipps: So sparen Sie beim Fassade streichen
- Gerüst teilen: zusammen mit Fenstererneuerung oder Dacharbeiten planen
- Mindestens 3 Angebote einholen: 30–50 % Preisunterschied sind üblich
- Vorsaison beauftragen: März/April oder Oktober = weniger Nachfrage, oft günstigere Preise
- Silikonharzfarbe statt Dispersion: höhere Anschaffungskosten, aber 10–15 Jahre Haltbarkeit statt 5–7
- Handwerkerbonus §35a immer nutzen: 20 % der Lohnkosten bis 1.200 Euro/Jahr absetzen
Checkliste: Fassade streichen planen
- Fassadenfläche (Länge × Höhe) exakt ausmessen (Fenster/Türen abziehen)
- Untergrund prüfen: Risse, Abblatterungen, Schimmel dokumentieren
- Gerüst mit Fensterneuern oder Dacharbeiten koppeln
- Mindestens 3 Angebote einholen (Lohn + Material getrennt ausweisen lassen)
- Bei WDVS: BAFA-Antrag VOR Auftragserteilung stellen
- Für §35a: Rechnung aufbewahren, per Überweisung bezahlen
- Gewährleistungsfristen prüfen (VOB: 4 Jahre; BGB: 5 Jahre)
Angebote richtig lesen: Diese Positionen gehören hinein
Ein belastbares Angebot für den Fassadenanstrich ist mehr als eine Pauschalsumme. Achten Sie darauf, dass folgende Leistungspositionen einzeln aufgeführt sind:
- Gerüst: Auf- und Abbau sowie Standzeit getrennt ausgewiesen, inklusive vereinbarter Mietdauer
- Vorarbeiten: Reinigung, Algenbehandlung, Riss- und Putzreparaturen mit Mengenansatz statt Pauschale
- Anstrichaufbau: Grundierung, Zwischen- und Schlussanstrich mit Produktangabe (Hersteller und Farbtyp)
- Flächenberechnung: nachvollziehbare Quadratmeterangabe, Fenster- und Türflächen erkennbar berücksichtigt
- Nebenleistungen: Abdecken, Abkleben, Entsorgung — sonst tauchen sie später als Nachtrag auf
Fehlt eine dieser Positionen, fragen Sie nach, bevor Sie unterschreiben. Unklare Angebote sind die häufigste Ursache für Nachträge und Streit bei der Abnahme.
WDVS-Förderung: Energieberatung anfragen
Für BAFA-Zuschuss und §35c EStG ist ein zugelassener Energieberater nötig. Jetzt anfragen.
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- Abtönung: Einfärben einer Basisfarbe auf den gewünschten Farbton; intensive Töne brauchen oft einen zusätzlichen Auftrag für volle Deckung.
- Egalisationsanstrich: Ausgleichender Farbauftrag, der unterschiedlich saugende oder fleckige Untergründe optisch vereinheitlicht.
- Hydrophobierung: Farblose Imprägnierung, die Wasser abperlen lässt, ohne die Fassade farblich zu verändern — eine Alternative, wenn nur der Schlagregenschutz verbessert werden soll.
- Schlagregendichtheit: Fähigkeit einer Beschichtung, bei Wind getriebenen Regen vom Mauerwerk fernzuhalten; besonders relevant für die Wetterseite.
- Putzträger: Unterkonstruktion (etwa Gewebe oder Platten), die dem Putz auf schwierigen Untergründen Halt gibt.
- Kreidung: Pulvriger Abrieb eines gealterten Anstrichs; ein deutliches Zeichen, dass die Beschichtung das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat.
Häufige Fragen: Fassade streichen Kosten
Was kostet es, ein Einfamilienhaus streichen zu lassen?
Ein EFH mit 150 m² Fassadenfläche kostet 5.000–12.000 Euro (nur Anstrich inkl. Gerüst). Mit Untergrundvorbereitung, Reparaturen und neuem Putz: 14.000–17.000 Euro. Mit vollständiger Wärmedämmung (WDVS): 25.000–35.000 Euro, davon bis zu 20 % BAFA-Förderung.
Wie viel kostet Fassade streichen pro m²?
15–50 Euro/m², durchschnittlich 25–35 Euro/m² (inkl. Gerüst, Untergrundvorbereitung, Materialkosten, Arbeitszeit). Preisunterschiede entstehen durch Farbenqualität, Anzahl Anstriche und regionalen Lohnkosten.
Gibt es Förderung für Fassade streichen?
Reiner Fassadenanstrich ist nicht BAFA-förderfähig. Mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS): BAFA BEG EM bis 20 % Zuschuss, max. 12.000 Euro. Handwerkerbonus §35a EStG: 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 Euro/Jahr — gilt auch für reinen Anstrich.
Wie oft muss eine Fassade gestrichen werden?
Dispersionsfarbe: alle 5–7 Jahre. Silikonharzfarbe: bis 15 Jahre. Silikatfarbe: 15+ Jahre. Holzfassade: alle 3–7 Jahre (je nach Witterungsexposition). Regelmäßige Inspektion (alle 2–3 Jahre) verlängert die Lebensdauer.
Kann ich die Fassade selber streichen?
Erdgeschoss: gut machbar, Zeitaufwand ca. 2–3 Wochenenden. Ab 2. OG: Gerüst erforderlich (Mietkosten 2.500–3.500 Euro für EFH). Materialkosten EFH (150 m²): 2.750–3.850 Euro. WDVS und Putzarbeiten nicht empfohlen für Laien.
Was kostet ein Gerüst für die Fassade?
EFH 150 m²: 2.500–3.500 Euro (4 Wochen, inkl. Auf- und Abbau). Mietpreis: 5–12 Euro/m² Gerüstfläche. Auf- und Abbau: 7–7,50 Euro/m². Gerüstkosten machen oft 25–35 % der Gesamtkosten aus.
Welche Fassadenfarbe ist die beste?
Silikonharzfarbe (5–9 Euro/L) ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: wasserabweisend, langlebig, diffusionsoffen. Silikatfarbe für Denkmalschutz und Altputz. Dispersionsfarbe ist am günstigsten, aber kurzlebiger. Mineralfarben für historische Gebäude.
Kann ich Fassade streichen von der Steuer absetzen?
§35a EStG (Handwerkerleistungen): 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 Euro/Jahr — für selbstgenutztes Wohneigentum. §35c EStG (energetische Sanierung): 20 % der Gesamtkosten über 3 Jahre — nur wenn GEG-Anforderungen erfüllt werden. §35a + §35c + BAFA nicht gleichzeitig kombinierbar.
Wann ist die beste Jahreszeit zum Fassadenstreichen?
Die Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst bieten meist das stabilste Wetterfenster: mild, trocken, ohne Frost und ohne pralle Sonne. Hochsommerhitze lässt die Farbe zu schnell anziehen, Frost während der Trocknung zerstört den Farbfilm. Zusätzlicher Vorteil der Vorsaison: geringere Auslastung der Betriebe.
Woran erkenne ich, dass die Fassade neu gestrichen werden muss?
Typische Anzeichen sind Kreidung (Abrieb beim Wischtest), ausgeblichene oder fleckige Flächen, Algen- und Moosbewuchs an der Wetterseite sowie feine Risse im Anstrich. Spätestens wenn Putz hohl klingt oder abplatzt, sollte zusätzlich der Untergrund fachlich geprüft werden.
Was bringt eine Hydrophobierung statt eines Anstrichs?
Eine Hydrophobierung ist eine farblose Imprägnierung, die Schlagregen abperlen lässt, ohne das Erscheinungsbild zu verändern. Sie eignet sich für optisch intakte Fassaden, deren Wetterschutz nachgelassen hat. Einen beschädigten oder kreidenden Anstrich ersetzt sie nicht — dort führt am vollständigen Neuaufbau kein Weg vorbei.
Fazit
Die Kosten für das Fassade streichen liegen je nach Umfang zwischen 5.000 und 35.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Der größte Hebel liegt in der Farbenqualität (Silikonharzfarbe statt Dispersion), der Kombination mit anderen Gerüstarbeiten und der konsequenten Nutzung des Handwerkerbonus (§35a). Wer zusätzlich dämmt (WDVS), kann BAFA-Förderung plus langfristige Energieeinsparungen von 20–30 % realisieren — BAFA-Antrag immer vor Auftragsvergabe stellen.